Die nähere Umgebung kennenlernen

Muttertag in Mühlheim: Menschen zieht’s in die Natur an Main, See und Weiher

Muttertag in Mühlheim: Eispause am Untertor der Altstadt. Helma Geist genießt mit ihrem Sohn Ralph die Sonnenstrahlen am Seerosenweiher.
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Muttertag in Mühlheim: Helma Geist genießt mit ihrem Sohn Ralph die Sonnenstrahlen am Seerosenweiher.

Ein Himmelreich für eine Bank! Oder eine Wolldecke. Picknick-Profis sind da freilich perfekt ausgestattet, haben einen prall gefüllten Weidekorb mitgebracht und es sich auf der Wiese zwischen Fähr- und Ruderanleger bequem gemacht. Es sind die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt-beliebten Orte, an denen nicht nur Mühlheimer den Muttertag – trotz Pandemie – feiern.

Mühlheim – Einen solchen Ansturm wie an diesem Sonntag aber haben die Ausflugsziele in der Gemarkung wohl selten erlebt.

Treffpunkt Naherholungsgebiet. Scharen spazieren mit Kinderwagen oder den Sprösslingen auf Rollern oder kleinen Rädchen über die Hauptwege. Mountainbiker und Pedelec-Piloten schlängeln sich vorsichtig um die Gruppen. Kaum eine Chance hat, wer mit dem Auto die Steinbrüche ansteuert. Der Stau reicht zeitweise bis auf den Südring, es geht nicht vorwärts, nicht rückwärts.

Der Parkplatz vorm Grillplatz ist seit dem Vormittag belegt. Ab dem Mittag stellen Fahrzeughalter ihre Gefährte auch an den Wegrändern ab, was ein Passieren des Gegenverkehrs nur mit viel Rangieren erlaubt. Derweil lassen Sonnenanbeter am Strand des Grünen Sees schon die UV-Strahlen den Bauch bräunen. Auch an den begehrten Orten wird die Liegefläche knapp. Da machen Spätankömmlinge kehrt und steuern andere Orte an.

Unterhaltungsprogramm mit ein- und ausparkenden PKW

Die Mainwiesen, zum Beispiel. Aber auch dort ist fast jede Lücke zwischen dem Buschwerk ausgebucht. Der Main-Radweg lässt diesmal kein Austoben für Sportler mit Rennmaschinen zu, viele balancieren auf ihren Sätteln geduldig hinter den Fußgängern her, bis der Strom der Entgegenkommenden eine Lücke fürs Überholen freigibt. Warteschlangen bilden sich vor der Gaststätte, die mit Eiskaffee und bunten Cocktails zum Mitnehmen lockt.

An der nächsten Station flussabwärts hat sich ein Eishändler aus Hausen positioniert. Mit seiner mobilen Theke zieht auch er viele Passanten und Bewohner aus dem Viertel am Untertor an. Karen, die dem Eismann zur Hand geht, protestiert mit einem Transparent um die Hüfte gegen das Vorgehen der Polizei in ihrer kolumbianischen Heimat. Die älteren Herrschaften gegenüber verfolgen das Unterhaltungsprogramm, das ihnen auch an dieser Stelle ein- und ausparkende PKW-Lenker bieten.

Eispause am Untertor der Mühlheimer Altstadt.

Ein Blick in die Innenstadt. Menschenansammlungen weisen die Standorte der prominenten Eiscafés aus, das Bild wiederholt sich in Lämmerspiel. Klaglos harren Jung und Alt mit Mund-Nasen-Schutz in den Reihen aus. Etwas beschaulicher geht es rund um den Seerosenweiher zu. Selbstverständlich sind auch am südlichen Eingangstor zur Mühlenstadt alle Ruhebänke belegt. Helma Geist ist mit ihrem Sohn Ralph aus Obertshausen hergeradelt.

„Die Pandemie ermöglicht uns, die nähere Umgebung besser kennenzulernen“, begründet die Seniorin den idyllischen Rastplatz. Auch der Wahl-Frankfurter genießt die Sicht auf die Wasserpflanzen und ein quakendes Enten-Pärchen. „So lässt sich’s leben“, findet Ralph Geist. (Michael Prochnow)

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