Staatssekretär bringt Bescheid über 50.000 Euro

Aus Asche wird Kunstrasen

+
Nach Ostern sollen die Arbeiten richtig beginnen. Wenn das Wetter mitspielt, ist der neue Kunstrasenplatz in Dietesheim dann im August fertig.

Mühlheim - Einmal hinfallen und das Spiel ist gelaufen? Auf einem Ascheplatz ist das schnell passiert. Abhilfe gibt es bald in Dietesheim. Für einen neuen Kunstrasenplatz brachte Staatssekretär Michael Bußer einen Bescheid über 50 000 Euro vorbei. Von Christian Wachter 

Ein Besuch eines Staatssekretärs sei ein besonderer Moment, betont Bürgermeister Daniel Tybussek. „Und ein freudiges Ereignis, wenn er auch noch Geld mitbringt.“ Einseitig ist die Freude nicht. Er sei gerne gekommen, sagt Staatssekretär Michael Bußer, schließlich stamme er selbst aus dem Kreis Offenbach, und aus der schönsten Stadt desselben noch dazu. Dass es sich dabei für ihn um Seligenstadt handelt, bleibt der einzige Moment der Uneinigkeit. Denn der Bescheid aus dem Sonder-Investitionsprogramm Sportland Hessen, den er aus Wiesbaden mitgebracht hat, ist 50.000 Euro schwer. Mit dem Geld unterstützt das Land den Umbau des Ascheplatzes zu einem Kunstrasenplatz in der Sportanlage Dietesheim.

„Die Landesregierung weiß um die Bedeutung der Vereine und Verbände und setzt sich dafür ein, dass große und kleine Sportfans auch in Zukunft einen Ort haben, an dem sie trainieren können“, so Bußer. Geht es nach den städtischen Vertretern, wäre es zumindest um die Zukunft des alten Tennenplatzes ohnehin nicht all zu gut bestimmt gewesen. „Man hätte da eh grundhaft rangehen müssen“, sagt Daniel Tybussek. „Der Platz hat sein Verfallsdatum erreicht“, fügt Klaus Schäfer, Fachbereichsleiter für Sport und Kultur, hinzu.

Dass der 1983 eingeweihte Platz auf der Anlage in städtischem Besitz überhaupt so lange gehalten habe, sei der Pflege durch das „super Personal“ zu verdanken, sagt Schäfer. „Da bekommen wir auch viel Lob von außen.“ Um den neuen Kunstrasenplatz werde man sich ebenfalls gut kümmern, halte dieser bei regelmäßiger Pflege doch zwischen zwölf und 15 Jahre, bevor der Belag getauscht werden muss. Dies sei gerade bei älteren Generationen von Kunstrasenplätzen nicht immer der Fall gewesen. „Da haben andere schon leidvolle Erfahrungen gemacht.“ Ein großer Vorteil des Platzes, so Schäfer, sei die ganzjährige Bespielbarkeit.

Zwar sind die 50.000 Euro schon die Höchstfördersumme des Investitionsprogramms, der Neubau kostet allerdings deutlich mehr. Mit insgesamt 983.000 rechnet man bei der Stadt. Nachdem erste Arbeiten, Rodungen und die Kampfmittelsondierung etwa, noch vor März abgeschlossen sein sollen, gehe es nach Ostern dann richtig los mit den Bauarbeiten, berichtet Schäfer. Wenn die Witterung mitspiele, es also nicht zu viel regne, rechne man mit einer Fertigstellung im August, also mit Saisonbeginn, ergänzt Nina Massie-Meyer vom Fachbereich Für Stadtentwicklung, Hochbau und Liegenschaften.

Für Bußer hat der Sport generell eine besondere Bedeutung, nicht ohne Grund habe ihn Volker Bouffier einst im Ministerium des Innern verankert. „Es ist die größte gesellschaftliche Bewegung, die wir haben – und das wird auch so bleiben.“ Oft werde von Integration gesprochen, genau da habe der Sport seine größte Kraft. „Da fragt kein Mensch, wo man herkommt.“ Alleine mit Förderungen sei das natürlich nicht möglich. „Das Land kann nur den Rahmen setzten, die stillen Helden der Gesellschaft sind aber die Ehrenamtlichen in den Vereinen“, sagt der Staatssekretär. Er sei froh, dass es in dieser Hinsicht Kommunen gebe, die das so sehen wie Wiesbaden.

Bilder: SV Pars gewinnt gegen Dietesheim

Das sieht Tybussek nicht anders. „Der Sport liegt uns am Herzen.“ Der neue Platz ist für den Bürgermeister auch ein wichtiger Baustein, wenn es um das Thema Nachwuchsarbeit geht. „Eltern schauen sich schon auch mal nach den Verhältnissen in den Nachbarkommunen um.“

Im Beisein von Gästen aus Politik und Verwaltung überreicht Staatssekretär Michael Bußer (vorne, Zweiter von rechts) Bürgermeister Daniel Tybussek den Bescheid über 50.000 Euro.

Bei der Spvgg. Dietesheim fiebert man dem neuen Platz entgegen. „Wir sind zu 100 Prozent erfreut, unsere Trainingsmöglichkeiten werden deutlich verbessert“, sagt der Vorsitzende Günter Scholz. Wie von der Stadt schon angedeutet, wolle man die Tür für weitere Vereine offenhalten. So könnten auch andere Mühlheimer Teams auf dem Kunstrasen trainieren. Wenn alles glatt läuft, solle der Platz dann zum Sommerfest am zweiten Augustwochenende eröffnet werden. Nicht ganz spruchreif aber nach wie vor avisiert ist derweil das Projekt auf dem städtischen Gelände in Lämmerspiel. Wie Schäfer berichtet, haben TSV und TG einen Antrag auf Landesförderung gestellt. Derzeit stehe man auf Prioritätenlistenplatz zwei des Kreises. Der Plan: Ab 2019 soll der Rasenplatz gedreht werden und die Laufbahn wegfallen. Dazu sind zwei Kunstrasenplätze – einer davon kleiner und bis zur D-Jugend bespielbar – geplant.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare