Concordia-Chöre musizieren mit Gästen am Lagerfeuer

Freude am Singen vermitteln

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Von „Kumba Yah, My Lord“ bis hin zum Klassiker „Eine Seefahrt, die ist lustig“ hatte die Concordia ein breites Liederangebot vorbereitet.

Mühlheim - Zeltlager-Romantik ohne Zelte – aber mit Lagerfeuer und all den Liedern, die in Dämmerung und Gemeinschaft so erklingen – holte sich die Concordia auf ihr Vereinsgelände am Grünen See. Von Michael Prochnow 

„Wo man singt, da lass’ dich ruhig nieder.“ Mit dieser Botschaft gehen Vorsitzender Josef Zepezauer und sein Team von den Dietesheimer Concordia-Chören seit Jahr und Tag hausieren. Jetzt nahmen sie einen neuerlichen Anlauf und versuchten, in romantischer Geselligkeit und der Idylle ihres Vereinsgeländes Freude am Singen zu vermitteln. „Wir haben es in den vergangenen Jahren immer wieder probiert“, blickt Zepezauer zurück. „Einmal haben wir den Abend ins Haus verlegt, ein paar Mal mussten wir es wegen Dauerregens abblasen“, sagte er.

Die Sänger sind nicht vom Sonnenschein verwöhnt, auch ihr Weinlaubenfest ist schon ein paar Mal sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Doch an diesem Wochenende sollte der heilige Petrus ein Einsehen mit den engagierten Veranstaltern haben. Dicke, graue Wolken zogen vorüber, doch es blieb trocken.

Bis zum späten Abend versammelten sich mehr als 50 Besucher zwischen Parkplatz, Pergola und Portal, und machten es sich auf den leichten Plastikstühlen bequem. Und so schlimm wie bei Troubadix, der von der Titelseite der Liedsammlung mit Harfensaiten und Gesang seine Zuhörer quält, klang der Chor für einen Abend gar nicht. „Wir wollen das Rudel-Singen nicht kopieren“, verglich der Vorsitzende die gemütliche Atmosphäre unter freiem Himmel mit der Reihe, die in vielen Kneipen der Region läuft.

„Wir wollten die Texte nicht per Beamer auf eine Leinwand projizieren“, argumentierte Zepezauer für die Stimmung um die in einem Betonquader lodernden Flammen, „aber auch wir haben auf Noten verzichtet und dafür die Schrift größer abgedruckt“. Das kam an, und so schmetterten die Frauen und Männer in den besten Jahren die Melodien, die sie schon in ihrer Jugend kennengelernt haben.

„Klasse, wir singen“ in der Stadthalle Offenbach: Bilder

Die 35 Titel reichten „Vom Brunnen vor dem Tore“ und „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ über „Blowin’ In The Wind“ – zu deutsch „Die Antwort kennt allein der Wind“ – und „Eine Seefahrt, die ist lustig“, „Hoch auf dem gelben Wagen“ und „Nehmt Abschied, Brüder“ bis zu den „blauen Bergen“, „bunten Fahnen“ und „Wir lagen vor Madagaskar“. Auch mehrere englische Titel standen auf dem Programm: „California Blue“ beherrschte die Runde ebenso wie „Country Roads“, „Kumba Yah, My Lord“, „Oh, When The Saints“ und „Where Have All The Flowers Gone“. Herbert Schmitt und Stephan Arnold begleiteten alle Titel mit ihren Gitarren.

Die Stimmen wurden mit Weizenbier, Wein oder Wasser geölt, für die Stärkung gab es an der Theke Würstchen, Solei und Gurken. Und gegen die stechenden Gäste im Garten wehrten sich die Sänger mit flaschenweise Creme zur Insektenabwehr. Josef Zepezauer vermisste allein die Aktiven aus den Reihen der Veranstalter.

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