Drama mit feministischer Note

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Mit unangenehmen Fragen drangsaliert Inspektor Goole (Laura Mücke, 2.v.l.) die Unternehmerfamilie Birling.

Mühlheim ‐ Noch sind die „Teilzeitdenker“ lediglich einem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt. Von Simon Broll

Doch die Schauspieltruppe um ihren jungen Regisseur Philippe Bender ist auf dem besten Weg, sich einen guten Ruf unter den Laientheatergruppen in der Region zu erarbeiten. Mit ihrer zweiten Inszenierung gastierte das achtköpfige Ensemble am vergangenen Wochenende im Schanz und begeisterte an beiden Abenden die Besucher in der restlos ausverkauften Kulturhalle. Dass die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren gerne anspruchsvolle Stücke auf die Bühne bringen, dies bewiesen sie bereits im vergangenen Jahr mit ihrer Interpretation von Jean-Paul Sartres Klassiker „Geschlossene Gesellschaft.“ Nach der gelungenen Neuauflage des existentialistischen Stücks hauchten die Darsteller diesmal dem englischen Krimi „Ein Inspektor kommt“ neues Leben ein. Das gesellschaftskritische Stück gehört zu den größten Erfolgen des englischen Dramatikers John Bynton Priestley und liefert eine schonungslose Abrechnung mit der großbürgerlichen Gesellschaft der viktorianischen Ära.

Im Zentrum der Erzählung steht die Unternehmerfamilie Birling, die im Jahre 1912 die Verlobung von Tochter Sheila mit Gerald, dem Sohn eines mächtigen Konkurrenten, feiert. Doch mit der Familienidylle ist es vorbei, als plötzlich der weibliche Inspektor Goole vor der Tür steht. Die Polizistin ermittelt in einem tragischen Selbstmordfall und möchte den Anwesenden der Feier einige Fragen stellen. Wie sich nämlich herausstellt, kannte jeder von ihnen das erst 24-jährige Opfer Eva Smith und trug durch egoistisches Verhalten zum Untergang der jungen Frau bei…

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