Bauarbeiten starten nach der Sommerpause

Friedhof Bieberer Straße wird saniert

Mühlheim - Das von der Politik mit 710.000 Euro ausgestattete Sanierungsprogramm für die vier Mühlheimer Friedhöfe wird nach der Sommerpause zunächst Leben auf Mühlheims Gottesacker an der Bieberer Straße bringen. Dort sind Klos, Kanäle und Hof zu machen. Von Marcus Reinsch 

Mit Blick auf die Mühlheimer Friedhöfe haben die Hauptamtlichen rhetorische Diplomatie schon lange aufgegeben. Beispiel Gudrun Monat, die Erste Stadträtin: „Die Friedhöfe sind in den letzten 15 bis 20 Jahren – natürlich auch aufgrund der Sparmaßnahmen der Stadt – zusehends vernachlässigt worden und ihr Zustand hat sich dadurch sukzessive verschlechtert“, sagt sie. Beschwerden vor allem von Hinterbliebenen über die Gebäude im Allgemeinen und die Pflege der Anlagen im Speziellen hätten sich deshalb „zurecht gehäuft“.

Auch deshalb wird die Sanierung in diesem Jahr beginnen. Als erstes ist der Mühlheimer Friedhof an der Bieberer Straße an der Reihe. Da werden die Arbeiter „nach der Sommerpause“ anrücken. Eine gründliche Bestandsanalyse habe „beim Hofbelag fortlaufend Probleme“ ergeben. Ursache dafür, „dass ständig Abwasser aus Schächten abgepumpt werden muss, was eine dauernde Kostenbelastung für die Stadt darstellt“, sei ein völlig maroder Kanalhausanschluss. Der sei mehrfach eingebrochen, in den Wurzeln eingewachsen und vom Gefälle her nicht ausreichend, um das Abwasser aus der Toilettenanlage dem städtischen Hauptkanal zuzuführen.

Mit der Erneuerung des Kanalanschlusses komme gleich die des gesamten Hofbelags. Und auch am bisherigen Raumkonzept des Friedhofs werde gerüttelt. Weil die Stadtwerke für ihren Trafo sowieso ein neues Domizil brauche, biete es sich an, auch die angrenzenden Toiletten aufzugeben und stattdessen im Hauptgebäude unterzubringen. Mit einem entscheidenden Vorteil: Die neuen Klos werden barrierefrei sein und folgerichtig auch einen behindertengerechten Zugang zum Hauptgebäude bekommen. Umziehen müssen auch die städtischen Friedhofsgärtner. Das gelegentlich als Büro und Aufenthaltsraum genutzte Nebengebäude soll nur noch als unbeheiztes Lager dienen. Ein Vorteil für die Stadtkasse und für die Umwelt: Sobald alles im Hauptgebäude konzentriert wird, müssen nicht mehr drei Immobilien beheizt und mit Wasser versorgt werden. Außerdem sollen „nicht mehr hinnehmbare“ Mängel an der Elektroverteilung und undichte Stellen am Dach geheilt werden.

Friedhof ohne Tote - Beim Grabkreuz-Sammler in Kramsach

„Die wunderschönen Sandsteinmauern“, so sagt es Monat, gehören für viele zum Charakter des Mühlheimer Friedhofs. Sie seien jetzt „leider nicht mehr allzu standfest“, blieben aber natürlich erhalten, weil sie ebenfalls instand gesetzt werden. Insgesamt seien für die komplette Sanierung rund 290.000 Euro fällig. Die anderen drei Friedhöfe seien dann in den nächsten Jahren an der Reihe. Außerdem beschäftige sich die Stadt jetzt „intensiv damit, die Organisation und Bewirtschaftung unserer Friedhöfe auf den Prüfstand zu stellen. Ziel ist es, künftig mehr Ressourcen für die Pflege der Grünflächen zur Verfügung zu haben.“

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare