Die dritte Heimat

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Seit 25 Jahren zu Gast in Mühlheim: Pater Scaria Thuruthiyil. Von links: Alfons Ott, Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich, Scaria, Lothar Gierszewski und Wolfgang Seuffert.

Mühlheim ‐ Er gilt als bekannteste Urlaubsvertretung in der Mühlenstadt. Immer im Juli reist Pater Scaria Thuruthiyil aus Rom an, um für mindestens einen Monat die seelsorgerischen Aufgaben in den katholischen Gemeinden Sankt Lucia und Sankt Sebastian zu übernehmen. Von Simon Broll

Mit seinem diesjährigen Besuch begeht der Geistliche, der von den Gläubigen freundschaftlich als „Sommerpfarrer“ bezeichnet wird, ein rundes Jubiläum: 25 Jahre ist es nun her, dass er erstmals die Vertretung in Lämmerspiel übernommen hat. Seit 15 Jahren erledigt er diesen Dienst auch in Dietesheim. Der Jubiläumsaufenthalt ist ein willkommener Anlass, um seine vielfältigen Aufenthalte in Deutschland Revue passieren zu lassen.

„Ich habe die Leute hier in Mühlheim kennen- und schätzen gelernt“, meint Pater Scaria. „Seit Beginn wurde ich sehr herzlich in beiden Gemeinden empfangen, sodass sich schnell viele Freundschaften entwickeln konnten.“ Dabei hatte der in Rom tätige Salesianer-Pater zu Beginn Bedenken - schließlich herrsche in Italien immer noch das Vorurteil, die Deutschen seien stark auf Distanz bedacht, vor allen Priestern gegenüber. Doch von dieser Zurückhaltung konnte der Geistliche wenig spüren: Bereits in den ersten Wochen seiner Vertretung hätten ihn viele Gemeindemitglieder zum Essen eingeladen und ihm das Gefühl gegeben, willkommen zu sein. „Mühlheim ist mir dank seiner Einwohner zu einer dritten Heimat geworden“, kann der Ordensmann deswegen auch behaupten, „ebenso wie Italien und mein Geburtsland Indien.“

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