Natalie Neumann eröffnet während der Pandemie ein Brautmodegeschäft in der Mühlheimer Altstadt

Ein „faires“ Kleid zum schönsten Tag

Traum erfüllt: Natalie Neumann in ihrem Geschäft „Natürlich Braut“.
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Traum erfüllt: Natalie Neumann in ihrem Geschäft „Natürlich Braut“.

„Fair Fashion“ und „Green Wedding“ sind Trend. Wer an seiner Hochzeit einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen möchte, greift auch zu nachhaltiger Brautmode. Diese bietet nun ein neues Brautmodegeschäft in der Mühlheimer Altstadt. „Natürlich Braut“ in der Apfelbaumgasse 1 hat während der Corona-Pandemie eröffnet und bringt „Eco-Brautmode“ in die Mühlenstadt.

Mühlheim – Eco sei das neue Chic und das Aussuchen eines Hochzeitskleides schon immer ein intimer und privater Moment der Braut. Deshalb könne eine Anprobe auch schon mal gut zwei Stunden in Anspruch nehmen, erläutert Inhaberin Natalie Neumann. Die 32-Jährige arbeitete mehr als zehn Jahre in der Immobilienbranche und hat sich nun ausgerechnet während der Pandemie ihren großen Traum eines eigenen Brautmodegeschäfts erfüllt. „Brautmode hat mich schon weit vor meiner eigenen Hochzeit fasziniert“, sagt die Besitzerin. Ein eigener Laden sei für sie zunächst kein Thema gewesen. Nach dem Abi arbeitete sie direkt als Immobilienkauffrau. Als jedoch dann vor zwei Jahren eine Freundin ein Brautkleid suchte, aber keines fand, entstand die Idee zum Handel mit den Ökostoffen.

Doch da wirds schon kniffelig: Woher nimmt man die Stoffe mit einem geringen ökologischen Fußabdruck? Nach mehreren Monaten Recherche und Planung fiel die Wahl auf drei Designer aus Deutschland. Alle beschaffen biozertifizierte und fair gehandelte Stoffe aus der Republik sowie dem europäischen Raum. Die Designer „Elementar“, „Kleider machen Bräute“ und „Bio Braut“ arbeiten teils mit recycelten Stoffen und Materialien. Doch bei den verkauften Produkten hört das grüne Denken nicht auf. Das Studio, also das Geschäft, in dem die werdende Braut ihre Kleider anprobiert, besteht zu vielen Teilen selbst aus naturbewussten und nachhaltigen Materialien. So sind etwa die Kleiderständer und Aufhängungen der Vorhänge aus Wasserleitungen gefertigt.

Im Laden hängen Muster der aktuellen Designer-Kollektionen. Entscheidet sich eine Braut für ein Kleid wird dieses dann bestellt und kann vor Ort durch den Änderungsservice der Schneiderwerkstatt „Stichart“ angepasst werden.

Doch gibt es aktuell überhaupt eine Nachfrage nach Hochzeitskleidern? Natalie Neumann hat Interessentinnen für Hochzeiten dieses Jahr. Eine Braut etwa möchte unbedingt 2021 ohne großen Aufwand erst standesamtlich und dann, wenn es wieder Möglichkeiten gibt, kirchlich heiraten. Für solch einen Zweck gibt es das Konzept Mix und Match. Neumann erläutert, dass das eigentliche Hochzeitskleid aus einem Rock und Oberteil besteht. So kann für die standesamtliche Feier das Oberteil eher schlicht gehalten und dann für die kirchliche Trauung gewechselt werden. Aber ist ein Kleidungsstück, das nur einen Zweck für einen Tag erfüllt, überhaupt nachhaltig? Die Frage beantwortet Neumann klar mit Ja. Der Rock oder das Oberteil selbst sind in der Regel in Weiß gehalten. Nach der Hochzeit könne jeweils ein Kleidungsstück oder beides professionell eingefärbt und damit dann eine neue Kombination, etwa für ein Sommerfest, daraus werden.

Die größte Nachhaltigkeit erreiche man, indem man recycelt, also ein bereits getragenes Kleid wieder benutzt. Im Laden selbst gibt es einen eigenen Bereich für Secondhand-Brautkleider.

Die eigentliche Eröffnung des neuen Brautmodegeschäfts sollte im März letzten Jahres stattfinden. Dann kam der erste Lockdown. So fiel die Wahl auf November. Vor dem neuerlichen Lockdown gab es noch zwei Tage der offenen Tür. Natalie Neumann plant erste Beratungstermine noch im Februar, in der Hoffnung, dass der Einzelhandel dann wieder eröffnen darf. (Jan-Niklas Eickhoff)

Infos im Internet: natuerlich-braut.de.

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