Einblick in heimische Natur

Nabu organisiert Entdeckungstour für Kinder in stadtnahen Biotopen

Im Schatten des Bambus: Eva Wahl erklärt den Jungen und Mädchen alles über die schnell wachsende Pflanze.
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Im Schatten des Bambus: Eva Wahl erklärt den Jungen und Mädchen alles über die schnell wachsende Pflanze.

Die stadtnahe Natur erkennen und hegen, das ist das Ziel der Jugendarbeit des Naturschutzbunds (Nabu). Mit großem Engagement verwirklichten Ernst von Hermanni vom Vorstand der Ortsgruppe Offenbach-Mühlheim und mehrere Helferinnen auch in den zu Ende gehenden Herbstferien Unternehmungen mit viel Kontakt zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Mühlheim – „Es ist eine langfristig Aufgabe“, vermittelt der Initiator den Kindern. „Die Büsche, die sie erst auf dem Gailenberg und jetzt im Augenwald gesetzt haben, sind erst in zehn bis 15 Jahren voll entwickelt.“ Jetzt setzte die Gruppe also je zwei Pflanzen von Schneeball, Felsenbirne und Kornelkirsche sowie einen Weißdorn-Strauch. Die Früchte seien für Sperlinge und Meisen sowie für Haselmaus wichtig, lernten die Schüler. Die heimischen Tiere sollen verstärkt angesiedelt werden.

Und weil die jungen Triebe der Pflanzen vor allem den Rehen munden, montieren die Mädchen und Jungen mit ihren Begleitern noch Hasendraht als Verbissschutz um die Stauden am Waldrand. Das haben sie im reich gefüllten Programm der vergangenen Tage nicht mehr geschafft. Die feste Runde bestand aus sieben jungen Mühlheimerinnen und Mühlheimern zwischen neun und zwölf Jahren. Neben Initiator von Hermanni wurden sie begleitet von Doris Ritz, Honorarkraft beim Nabu, sowie den Vereinsmitgliedern Katharina Wüst, Waltraud Huni und Bettina Diniz.

Eigentlich wollte die Gemeinschaft auch den Schäfer auf den Gailenberg besuchen, seine Aufgabe und die der Wollträger und Hütehunde kennenlernen. Dieses Vorhaben musste wegen Krankheit kurzfristig abgesagt werden, die Begegnungen sollen jetzt ebenfalls am kommenden Samstag stattfinden, heißt es. Dafür konnten die Naturschützer trotz des Regens Nistkästen farblich gestalten, die Behausungen mit Teerpappe wetterfest machen. Ein Freund hatte private Räume an der Anton-Dey-Straße zur Verfügung gestellt.

Am letzten Tag zogen Jung und Alt erneut in den Augenwald und auf das Gelände der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, um auf Leitern die Kästen aufzuhängen. An den Kirchengebäuden sollen sie besonders Fledermäuse eine Heimat bieten. Im Wald entdeckte der Nachwuchs seltene Pilze und bestimmte sie mit Hilfe der erwachsenen und kundigen Begleiter.

Eine große Attraktion war der Parcours im Kletterwald im Offenbacher Leonhard-Eißnert-Park. Anschließend führte Eva Wahl ihre Gäste durch die Bambus-Oase im Bieberer Lehmfeld. Die Pflanzen zählen zu den asiatischen Gräsern und wachsen nicht permanent. Sie seien selbst für den Bau mehrstöckige Häuser geeignet, hieß es im Dunkel unter den hoch aufgeschossenen Stilen. Am selben Ort vermittelten die Besitzer die Geschichte des Pferdes, was frisst es, was kann es. Die Besucher durften die vier Pferde und zwei Ponys streicheln. (Von Michael Prochnow)

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