Eine Arbeit fürs Herz

„Nachteule“ Dominika Kramwinkel hilft Eltern und Babys bei Schlafproblemen

Schlafcoach für Kinder: Dominika Kramwinkel hat sich als „Nachteule“ selbstständig gemacht.
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Schlafcoach für Kinder: Dominika Kramwinkel hat sich als „Nachteule“ selbstständig gemacht.

Einschlafen ist gerade bei kleinen Kindern oft ein schwieriges Thema. Eine Mühlheimerin hilft dabei – als ausgebildeter Schlafcoach.

Mühlheim – Mira ist gerade ein Jahr alt geworden. Tagsüber ist sie ein quietschvergnügtes Kind, schwärmt die Mama. Doch am Abend braucht sie unglaublich lange, um einzuschlafen. Und zwei Stunden später ist sie wieder wach. Beim 14 Monate alten Max ist es umgekehrt, er weckt bereits morgens um halb fünf weinend das ganze Haus. Zwei Fälle für „Nachteule“ Dominika Kramwinkel.

Als ausgebildeter Schlafcoach bietet die Dietesheimerin ihre Hilfe an. Babys, die ins Bett gelegt werden und 30 Minuten später wieder aufwachen, die Ein- und Durchschlafstörungen haben oder in der Nacht lange wach sind – „das ist für alle Beteiligten nicht gesund“, sagt die Expertin. Gründe für die „Bettflucht“ gibt’s viele. Beim frühen Aufstehen am Morgen könne es sich um eine Autonomiephase handeln, erläutert die junge Mutter.

„Sanft lehren, dass um 4.30 Uhr die Nacht nicht zu Ende ist“.

Der Nachwuchs wolle seinen eigenen Willen, seine Wünsche durchsetzen nach dem Motto, „ich habe beschlossen, ich will jetzt raus und spielen“. In diesem Fall riet der Schlafcoach, die Mama möge tagsüber viel Möglichkeit zum Spielen geben und „sanft lehren, dass um 4.30 Uhr die Nacht nicht zu Ende ist“. Dazu bessere sich die Situation auch durch die Alternative, zeitweise zu den Eltern ins Bett schlüpfen zu dürfen.

Essprobleme einer jüngeren von zwei Schwestern löste die Trainerin, indem die Familie nun früher zu Abend isst und die Kleine trotz Müdigkeit länger aufbleiben darf. „Solche Veränderungen brauchen drei Tage, damit das Gehirn sie registriert.“ Meistens vergehen zwei Wochen oder mehr, bis sich neue Rhythmen einspielen. „Wir haben verlernt, auf Intuitionen zu hören“, sagt Kramwinkel. „Das Verhalten eines Sprösslings hängt auch vom Temperament ab.“

„Jedes Kind hat mal Probleme mit dem Essen, Trinken oder Schlafen“

Kramwinkel ist Pädagogin in der Fachrichtung Erwachsenenbildung und Studienbetreuerin an der Frankfurt School of Finance & Management. Neben dem wirtschaftlichen Schwerpunkt ihres Berufs suchte sie eine „Arbeit fürs Herz“. Also besuchte sie eine Weiterbildung fürs Schlafcoaching für Kinder bis drei Jahre. Vor viereinhalb Jahren heiratete sie den Unternehmer und Fastnachter Florian Kramwinkel, sie haben einen dreieinhalbjährigen Sohn und eine anderthalb Jahre alte Tochter.

„Jedes Kind hat mal Probleme mit dem Essen, Trinken oder Schlafen“, beruhigt die geschulte Mutter. „Wir müssen Wege finden, wie wir die Kinder unterstützen können.“ In den Lebensphasen gebe es immer wieder Entwicklungsschübe, Schlaf könne sich verändern. Ursachen seien Lebensereignisse, Stress, „auch Corona, das bei den Kleinen indirekt auf die Stimmung schlägt, weil der Lockdown das Wohlbefinden der Eltern beeinflusst“, weiß die „Nachteule“. „Die Kinder spüren, wenn Mutter und Vater kein ruhiger Hafen sind.“ Sie bekommen Gespräche mit, vermögen aber nicht, deren Bedeutung zu erfassen. Und die „Großen“ können Nähe, Geborgenheit, Sicherheit „nicht immer auf Knopfdruck geben“.

Wichtig sei, Ruhe in die Schlafsituation zu bringen, da setze der Kurs an, den die Fachfrau neben Einzelberatungen gibt. „Schlaf ist oft ein Spiegel des Lebens“, betont sie. Und Eltern dürfen auch Schwächen zeigen, sagen, ich bin überfordert, „das ist das Natürlichste auf der Welt“. Die „Nachteule“ begleitet sie, gibt Anregungen, „aber kein Patentrezept. Wichtig ist: Eltern und Kind stehen im Mittelpunkt.“ (Michael Prochnow)

Infos: nachteulen-coaching.de, 0176 14378975.

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