Einen Moment lang überrascht

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Dietesheimer Themen im Vordergrund der Diskussion (v.l.): Daniel Tybussek, Moderator Bernd Schmitt, Bernd Müller.

Mühlheim ‐ Der Höhepunkt des Abends, da dürften sich alle rund 200 Dabeigewesenen einig sein, spielte sich gegen Ende, um ziemlich genau 21.31 Uhr, ab. Von Heiko Wiegand

Kurz zuvor hatte der souveräne Duell-Moderator Bernd Schmitt von der Dietesheimer Kolpingfamilie die beiden Bürgermeisterkandidaten Daniel Tybussek (SPD) und Bernd Müller (CDU) auf das Thema Biogas-Anlage angesprochen. Was Tybussek sofort nutzte, um seinem Unions-Gegenüber die inzwischen oft wiederholte Frage unter die Nase zu reiben, wann denn nun endlich die längst angekündigte Genehmigung für das Blockheizkraftwerk neben dem Hallenbad da sei. Müller hielt daraufhin dem völlig überraschten Tybussek das frisch aus Darmstadt eingetroffene Genehmigungsschreiben hin. Die CDU-Anhänger klatschten und johlten. Der 33-Jährige SPD-Politiker sammelte sich jedoch binnen Minuten, kritisierte das Gesamtprojekt als „intransparent“ und hält es nach wie vor für falsch, ein Blockheizkraftwerk von dieser Dimension „mitten im Bürgerpark“ zu platzieren.

Der Bürgermeister indes machte seinem aufgestauten Ärger über den ein und anderen SPD- und Grünen-Politiker Luft. „Einiges, was da behauptet wurde, ist von einer schlimmen demagogischen Art. Bestimmte Werte würden da überschritten, wurde immer wieder behauptet.“ Das Gegenteil sei der Fall. Das habe man inzwischen schriftlich. Man habe die Biogas-Anlage sehr genau geplant. In Mühlheim würden demnächst nachwachsende Rohstoffe verarbeitet - die Anlage werde sich zu einem Erfolg entwickeln.

Ansonsten tauschten die beiden Kontrahenten meist Altbekanntes aus - diesmal freilich schwerpunktmäßig Dietesheimer Themen. So versprachen beide Kandidaten, dass die Musikschule im Alten Schwesternhaus mit ihnen an der Rathausspitze auf jeden Fall erhalten bleibe. Einigkeit auch in Sachen Pelzbude: Aktives Handeln - beispielsweise in Sachen Grundstückserwerb - sei wegen drohender Kosten im Zusammenhang mit der aufwändigen Sanierung der verseuchten Fläche schlicht nicht möglich. Beim Naherholungsgebiet gingen die Meinungen allerdings auseinander: Während Bürgermeister Müller eher für einen liberalen Umgang mit Badegästen wirbt, will Tybussek „kein einfaches Weiter so“. Die Situation der vergangenen Jahre müsse sich ändern.

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