Hofsommer-Saison der Gemeinde St. Markus ist beendet

Ersatz für den Urlaub

Zwei Chöre zum Finale: Am letzten Abend des diesjährigen Hofsommers traten die Chöre Mainstimmig und Popvokal auf. Foto: M

Mühlheim – Es sind nicht allein die bunten Lichterketten und die tief hängenden Zweige der mächtigen Trauerweide, nicht die prächtige Kulisse der ältesten Kirche in der Region, nicht nur die abwechslungsreiche Speisekarte oder das Programm mit heimischen Künstlern. VON MICHAEL PROCHNOW

Es ist alles zusammen, was den Hofsommer der katholischen Pfarrgemeinde zu einem der schönsten Treffpunkte der Region macht.

Die Sängerinnen und Sänger der Chöre Mainstimmig aus Frankfurt und Popvocal aus Neu-Isenburg sitzen beim letzten Hofsommerabend für dieses Jahr bei Pils und Äppler auf den Bänken, ihr Gesang erfüllt aber noch immer den Platz vor dem Gemeindezentrum. Die familiäre Atmosphäre macht Laune, auch ohne die Führung ihres Dirigenten bekannte Weisen anzustimmen. „Die Leute fühlen sich einfach wohl, genießen das Ambiente und das Miteinander“, fasst Claudia Oberbeck zusammen. Sie bildet mit ihrem Sohn Jens, Helga Gross, Monika Ackermann und Stefan Messer das Organisationsteam.

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit beginnen sie, die nächste Hofsommer-Reihe vorzubereiten, entwickeln den Dienstplan und setzen Gruppen auf die Termine. „Oldies gehen immer“, besagt die Erfahrung der Runde. „Überhaupt zieht Livemusik“, denn dabei kann man auch prima plaudern. Doch es gibt auch Abende, „bei denen kann man eine Stecknadel fallen hören“, erinnert sich Sprecherin Oberbeck an einen A-capella-Auftritt. Ein kleines Spektakel bilden stets die Szenen des Hanauer Musical-Vereins, mit denen sie den Reigen 2019 eröffnet haben.

Dann verbreitete das Offenbacher Tanzstudio orientalischen Flair, das Akkordeon-Orchester erfüllte die ganze Altstadt, die trommelnden Damen ließen aufhorchen. „Wir sind ganz offen, auch für Künstler, die keine Profis sind“, sagt die Pfarrgemeinderätin über das Konzept. „Manche wollen sich einfach mal vor Publikum ausprobieren, viele keinen ganzen Abend gestalten“. Ihr Auftritt wird dann mit dem anderer Talente kombiniert. Und jedes Jahr gibt es eine Warteliste mit Namen, die gerne beim Hofsommer mitmachen würden.

Angefangen hat alles mit drei Tischen und ein paar Stühlen aus dem Saal, die ein Kreis um die verstorbene Edith Petri vor 28 Jahren ins Freie getragen haben. „Die Idee lautete damals, Leuten, die in den Ferien nicht wegfahren können, einen schönen Abend zu bieten“, weiß das Hofsommer-Team 2.0. Die Gäste hatten selber etwas zu essen mitgebracht. Längst steht mittwochs eine eingespielte Mannschaft in der Küche: Renate Koch, Claudia Wunderle, Elke Brinkmann, Iris Niederhüfner und von der jungen Generation Lena Glock. Sie bereiten mal Flammkuchen, mal Pizza, einen spanischen Tapas-Teller oder Leberkäs‘ und Weißworscht zu. Den Service hingegen übernimmt immer eine andere Gemeinschaft der Pfarrei.

Am ersten Abend packen Vertreter aus allen Gruppierungen mit an, „sehen, was es Neues gibt“. Bei einigen Veranstaltungen helfen „alle möglichen“ mit, zum Finale Mitglieder des Pfarrgemeinde- und des Verwaltungsrats. „Die wissen, wo alles aufgeräumt wird“, begründet Pressefrau Oberbeck. Und noch ein Plus: „Wir haben sehr zivile Preise, das Geld bleibt in der Pfarrei.“ Oft fließe es in die Unterhaltung des Gemeindezentrums, dadurch werde Geld frei für andere Projekte.

Zum Beispiel für die Seniorenarbeit. Für die älteren Besucher haben die Organisatoren Bänke mit Lehnen angeschafft. Moderatorin Oberbeck überreicht mit ihrem Kollegen aus dem Pfarrgemeinderat, Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich, die letzten beiden Kerzen an die Chöre von Dirigent Clemens Schäfer. Er ist noch vielen als Leiter der Concordia Dietesheim bekannt.

Dank gilt auch der Technik. Stefan Messer, Lother Juli, Stefan Garbor und Roland Nowak sorgen für den guten Ton und rücken jede Gruppe ins rechte Licht. Für die Ehrenamtlichen ist das Projekt Hofsommer wichtig, „weil es gut ist, wenn man zusammen etwas schafft und sich nicht nur in Sitzungen trifft“, findet Oberbeck. Sie selbst genießt es, wenn sie in der Dämmerung die Kerzen entzündet. „Es sind immer andere Leute da, aber es gibt kaum einen Tisch, an dem man keinen kennt.“

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