Prozess gegen Ex-Mühlheimer

Vater vor Gericht: Video vom Missbrauch

Mühlheim - Vor dem Landgericht Darmstadt hat die Verhandlung gegen den ehemaligen Mühlheimer Andreas T. begonnen. Vorwurf: sexueller Missbrauch seiner 1994 geborenen Tochter. Ein Urteil wird für nächste Woche erwartet.

Verhandelt wird ein Dutzend Fälle zwischen Mitte August 2009 und Ende Oktober 2010. Der heute in Rodgau wohnende 43-jährige Angeklagte soll seine leibliche Tochter in dieser Zeit immer wieder zum „überwiegend ungeschützten Vaginalverkehr“ gezwungen haben. Im Badezimmer seiner Wohnung in Mühlheim, nach Autofahrten in einer Grillhütte in der Nähe von Urberach, ebenfalls nahe des Rödermärker Stadtteils auf einer Decke auf einem Feld, an anderen Orten.

Um den Verdacht auszuräumen oder zu bestätigen, hat die 3. Strafkammer des Landgerichts schon am ersten Tag der Verhandlung Zeugen gehört. Weitere, vor allem die Ermittler der Polizei, sollen am für den 22. Januar angesetzten Verhandlungstag aussagen. Auch über ein Video vom Geschlechtsverkehr mit seiner Tochter, das der Angeklagte in der Grillhütte mit dem Handy aufgenommen haben soll.

Ebenfalls auf der Zeugenliste steht das Opfer selbst, dessen Glaubwürdigkeit für die Verhandlung von einer Sachverständigen überprüft wurde. Große Bedeutung kommt dem mittlerweile wohl nicht mehr zu; der Angeklagte selbst habe die Vorwürfe vor Gericht „im Wesentlichen eingeräumt“, sagte Gerichtssprecherin Christa Pfannenschmidt gestern. Die Jugendliche lebte damals nicht bei ihrem Vater in Mühlheim und hatte vorher wohl auch keinen Kontakt zu ihm.

Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche

Chronologie der Missbrauchsfälle

Von der Strafkammer angesetzt sind insgesamt vier Verhandlungstage bis zum Ende des Monats. Es gilt nach den Zeugenaussagen und dem teilweisen Geständnis des Ex-Mühlheimers allerdings als wahrscheinlich, dass das Gericht ihm seine Strafe bereits nächsten Mittwoch verkünden kann. Für den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen sieht der Paragraph 174 des Strafgesetzbuchs bis zu fünf Jahre Gefängnis vor.

(mcr)

Rubriklistenbild: © dpa

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