Thema mit Haupt-Nutznießern besprechen

Stillgelegte Fähre landet auf Rundem Tisch an

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Mühlheim - Die Mühlheimer Politik begleitet den Versuch des Kreises, die stillgelegte Fähre wiederzubeleben, weiter mit eigenen Beiträgen. Diesmal preschen die Grünen vor. Sie wollen den Magistrat zu Fragen verpflichten, die die Chance auf einen neuen Betreiber besser abschätzbar machen. Derweil stellt der Kreis einen Runden Tisch für die Beteiligten auf. Von Marcus Reinsch

Die Zukunft der Mühlheimer Fähre ist ein mühsames Thema – auch wenn alle Beteiligten die Mainquerung wiederhaben wollen. Schon weil sich die politische Diskussion um die Pendelverbindung nach Maintal-Dörnigheim immer zeitversetzt im Stadtparlament vor Ort und im entscheidenden Kreistag abspielt. Die Machtverhältnisse sind in den Gremien insofern gleich, als dass hier wie dort Akteure des Oppositionslagers versuchen, die Zurückhaltung der vor ihren Hauptamtlichen an den Verwaltungsspitzen stehenden Großen Regierungskoalitionen zu knacken.

Bisher ohne besondere Erfolgserlebnisse. Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) hat bekanntlich Gesprächsbereitschaft erst für den Zeitpunkt signalisiert, an dem ein schlüssiges Betreiberkonzept auf dem Tisch liegt, um Zuschussbegehrlichkeiten zu vermeiden. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, der dazu keinesfalls verpflichteten Stadt auch finanzielle Zusagen für den seit Oktober ruhenden Fährbetrieb abzuringen, haben Mühlheims Grüne diesmal ausschließlich Fragen in Antragsform gegossen. Gibt’s im Parlament (Donnerstag, 21. Juni, 18 Uhr, Rathaus, Friedensstraße 20) eine Mehrheit für ihren Vorstoß, leitet der Magistrat sie an den Kreis weiter.

Der Wissensdurst der Grünen richtet sich dabei sowohl in die jüngste Vergangenheit als auch in die Zukunft. Sie wollen bis zur folgenden Mühlheimer Stadtverordnetenversammlung unter anderem wissen, welche Ziele und Rahmenbedingungen der Kreis im sogenannten Markt-erkundungsverfahren genannt hat und ob dabei neben einer Privatisierung der Fähre auch weitere Betreibermodelle erörtert wurden.

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Letzteres ist im Zusammenhang mit der noch frischen Forderung der oppositionellen Freien Wähler im Kreistag zu sehen, dass der Kreis die Fähre in eigener Regie betreiben soll, weil sich doch offenbar kein externer Investor finde. Nach ihrer Darstellung hatte allerdings zumindest ein Interessent ein Angebot abgegeben.

Wie berichtet, hatte der Kreis die Markterkundung in der Hoffnung gestartet, so die für später angepeilte Ausschreibung des Fährbetriebs anhand konkreter Investorenkonzepte formulieren zu können. Das ging schief. Anfang Mai zeigte sich der Kreis überrascht, dass keiner der ursprünglich sechs Interessenten schriftliche Unterlagen eingereicht hat, wie und zu welchen Konditionen er sich eine Zukunft als Fähren-Herr vorstellen könnte.

Kreis-Sprecherin Kordula Egenolf sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, bei der Markterkundung habe es überhaupt keine Vorgaben seitens des Kreises gegeben. Jeder habe dort Vorschläge für den Fährbetrieb machen können, auch mehrere. Gerade diese Ergebnisoffenheit unterscheide die Markterkundung ja von einer offiziellen Ausschreibung.

Nichts geht mehr: Mainfähre außer Betrieb

Jetzt sei ein Runder Tisch für die unmittelbar Betroffenen geplant. Sprich: Kreis Offenbach, Main-Kinzig-Kreis und die Städte Mühlheim und Maintal sollen sich zusammensetzen. Ein baldiger Termin für so ein Treffen sei in der Abstimmung. Damit beantwortet sich im Grunde eine weitere Grünen-Frage: „Wird seitens des Kreises Offenbach vor Veröffentlichung der Ausschreibung diese mit den Kommunen Mühlheim und Maintal abgestimmt?“

Dass sich die anderen Fragezeichen der Grünen ebenso in Ausrufezeichen verwandeln lassen würden, ist ungewisser. Fraktionschef Dr. Jan Winkelmann will auch wissen, „welche Punkte einer Ausschreibung der Fährverbindung bereits feststehen“, bis wann die Ausschreibung erfolgt und „zu welchem Zeitpunkt mit einem Ergebnis zu rechnen“ ist. Zu diesen Punkten sagte Egenolf gestern noch nichts.

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