Auch Maintaler beim SPD-Themenabend

Fähre: Ruf nach einem Zeitplan

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Für die Kurzstrecke Mühlheim-Maintal ist ein langer behördlicher und politischer Atem gefragt, wenn Volk und Volksvertreter die Fähre wieder in Betrieb sehen wollen.

Mühlheim - Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) will sich beim Kreis Offenbach nach einem Zeitplan für die Wiederbelebung der Fähre nach Dörnigheim erkundigen. Das kündigte er beim „Zur Sache“-Abend der Sozialdemokraten am Donnerstag an. Von Marcus Reinsch

Die Antwort dürfte sein, was Kreis-Sprecherin Cordula Egenolf gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte: „Es ist davon auszugehen, dass das Markterkundungsverfahren zur Fähre voraussichtlich Ende April beendet sein wird.“ Das ist ein Schritt vorwärts. Bisher war unklar, wann der Kreis seine Gespräche mit sechs potenziellen künftigen Betreibern der von ihm im Oktober aus Sicherheitsgründen stillgelegten Fähre abschließen will. In der Markt-erkundung möchte er herausfinden, wie etwa eine Ausschreibung für die Vergabe des Betriebs aussehen müsste. Mit dem Ergebnis, so Egenolf, könne dann „über den weiteren Verfahrensweg entschieden“ werden.

Also auch darüber, ob der Fährbetrieb überhaupt mit Erfolgsaussichten ausgeschrieben werden kann. Denn faktisch geht es um eine Privatisierung des Pendelns, sodass im Idealfall keine Zuschüsse aus der Kreiskasse mehr nötig sind.

Über den Weg zum von allen Beteiligten ausgegebenen Ziel Fähren-Revival hat nicht nur Mühlheims Politik schon mehrfach gestritten. Das setzte sich beim SPD-Themenabend fort. Er war von Tempo und „sofortige Reaktionen der Politik“ vermissenden Bürgern ohne Parteibindung, vor allem aber von vielen Kommunalpolitikern sehr gut besucht.

Und auch Vertreter der teils ebenfalls aus aktuellen oder ehemaligen Mandatsträgern rekrutierten neuen Bürgerinitiative „Fähre Mühlheim-Maintal“ nahmen die Einladung an. Die bekannten Positionen der Parteienlager blieben allerdings unversöhnlich. Auch zur Forderung aus Opposition und nun auch BI, die Fähre auch schon vor dem Finden einer langfristigen Lösung wieder fahren zu lassen.

Nichts geht mehr: Mainfähre außer Betrieb

An den Tisch geholt hatte Mühlheims SPD-Parteichef Thomas Schmidt neben seiner Fraktionschefin Rosi Palm auch deren Maintaler Amtskollegen Sebastian Maier. Wie Palm bat er beim „sehr emotionalen Thema“ Fähre um Geduld. „Streit bringt uns nichts.“ Die Maintaler Stadtverordnetenversammlung habe gerade einstimmig beschlossen, beim Kreis nach der Mindestdauer des Verfahrens zu fragen. Klar sei, „dass eine Ausschreibung nicht von heute auf morgen geht“. Vertreter der vier betroffenen Städte und Kreise hätten längst zusammengesessen, um sich über ihr Vorgehen auszutauschen.

Wie berichtet, hat der Main-Kinzig-Kreis 15.000 Euro, nach einem Bericht die Hälfte der Instandsetzungskosten der Fähre, zugesagt. Seine Beteiligung an laufenden Betriebskosten sei aber nicht vorgesehen. Das richtete Thomas Schmidt vom Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz aus. In Mühlheim und Maintal allerdings „besteht dazu Gesprächsbereitschaft“. Aber eben erst, das betonte auch Tybussek, wenn der Kreis einen Betreiber gefunden hat.

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