Verwaltung will von Politik Auftrag

Fähre: Stadtwerke sollen ran

Mühlheim - Die Stadt will ihr weiteres Engagement für die Rückkehr der Mainfähre nach Dörnigheim an die Stadtwerke delegieren. Grünes Licht dafür kann nur die Kommunalpolitik geben. Von Marcus Reinsch

Ob das stadteigene Versorgungsunternehmen auch Geld in die Verbindung stecken muss, wird sich erst mit dem Ergebnis der Ausschreibung des Kreises zeigen.

Geht es nach dem Willen der Stadt, werden künftig die Stadtwerke für den Mühlheimer Beitrag zur Wiederbelebung der Fähre nach Dörnigheim zuständig sein. Bürgermeister Daniel Tybusseks (SPD) Fachbereich I beantragt bei der Stadtverordnetenversammlung, dass das Unternehmen „an der Wiederaufnahme der Fährverbindung unterstützend mitwirkt und gemeinsam mit der Stadt Maintal die zukünftig laufende Fährverbindung sicherstellt“.

Denn die Stadt begrüße „die gemeinsamen Initiativen der Landkreise Main-Kinzig und Offenbach und der Städte Maintal und Mühlheim zur dauerhaften Wiederaufnahme des Fährbetriebs“. Zur Erinnerung: Die Kreise hatten sich im August an einem Runden Tisch darauf geeinigt, dass sie je 20.000 Euro investieren, um die alte und schon vor ihrer Stilllegung mit technischen Schwächen kämpfende Fähre wieder fahrbereit zu machen.

Alles zur Mainfähre auf unserer Themenseite

Und vor drei Wochen veröffentlichte der Kreis Offenbach die Ausschreibung für die Vergabe des Betriebs seiner Fähre an einen privaten Betreiber. Als zeitliches Ziel des mehrstufigen Vergabeverfahrens wurde dabei die Wiederaufnahme der Pendelverbindung im Januar 2019 genannt.

Die Städte Mühlheim und Maintal wiederum saßen zwar mit am Runden Tisch. Ihre einzige Zusage ist bisher allerdings geblieben, dass sie „mehr Verantwortung übernehmen wollen“. Ob das auch eine finanzielle Beteiligung am laufenden Fährbetrieb bedeuten soll, darüber haben die rot-schwarzen Regierungs- und die Oppositionslager vor allem im Offenbach-Kreistag und im Mühl-heimer Stadtparlament über Monate in einer Art ergebnislosen Endlosschleife gestritten (wir berichteten).

Dass es übernächste Woche in der Mühlheimer Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit für den aktuellen Fährenantrag gibt, gilt als sicher. Steuern soll den Arbeitsauftrag an die Stadtwerke der Magistrat. Der ist die Schnittstelle zwischen Parlament und Verwaltung. Zum anderen bildet er die Gesellschafterversammlung der stadteigenen GmbH. Kurz: Der Versorger macht, zu was das Parlament den Magistrat beauftragt. Letzterer soll ersteres „fortlaufend informieren“, was die Stadtwerke in Sachen Fähre unternehmen.

Nichts geht mehr: Mainfähre außer Betrieb

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Fähre außer Betrieb, fotografiert auf der Mühlheimer Mainseite.

Neuland sind Aufgaben, die nichts mit der Lieferung von Strom, Gas oder Wasser zu tun haben, für den Versorger nicht. Wie in anderen Kommunen sind die Stadtwerke auch in Mühlheim mit der Nahverkehrsversorgung beauftragt. Sie kümmern sich beispielsweise um Stadtbus und Anrufsammeltaxi. Die Stadt selbst könnte sich solch defizitäre Wohltaten gar nicht leisten, würde bei Auftragsvergaben auch viel schlechtere Angebote bekommen als ihre privatwirtschaftlich geführte Tochterfirma, unter deren Regie auch Hallen- und Freibad laufen.

Es sei sinnvoll, heißt es in der Begründung des Vorstoßes der Stadtverwaltung, die Stadtwerke „auch bei der Wiederaufnahme der Fährverbindung zu beteiligen“. Die genauen Rahmenbedingungen würden sich mit der Ausschreibung ergeben.

Stadtverordnetenversammlung: öffentliche Sitzung am Donnerstag, 20. September, 18 Uhr, Rathaus, Friedensstraße 20.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare zu diesem Artikel