Kreis kündigt Vertrag wegen Sicherheitsverstößen

Fähre außer Betrieb: Pächter schalten Anwalt ein

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Mühlheim - Fristlose Kündigung für die Pächterfamilie der Fähre in Mühlheim im Kreis Offenbach: Sie soll mehrfach gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben.

Wie schon gestern berichtet, stellt der Kreis als Eigentümer ab morgen offiziell die Verbindung von Mühlheim nach Maintal-Dörnigheim ein, wie eine Sprecherin des Kreises sagte. Als Alternative können Fahrgäste die rund vier Kilometer entfernte Fähre in Offenbach-Rumpenheim nutzen.
Der Kreis hatte der Pächterfamilie in diesem Jahr das Fährzeugnis nach eigenen Angaben unter Auflagen erteilt. Prüfer hätten beanstandet, dass die Fähre nicht richtig beladen werde. Laut der Sprecherin ging es darum, dass Autos an Bord nach einem bestimmten System angeordnet werden müssen. Weil die Pächter anders beladen hätten, sei die Stabilität der Fähre nicht gewährleistet gewesen.

„Der Kreis trägt als Eigentümer das komplette Haftungsrisiko“, betonte die Sprecherin. Weil die Pächter die Beladung nicht verändert hätten, sei nur die fristlose Kündigung möglich gewesen.

Die Pächterin Helga Spiegel wollte sich bisher nicht dazu äußern. Die Familie habe einen Anwalt eingeschaltet, von der Kündigung sei man „erschrocken“ gewesen. Den Betrieb habe man schon eingestellt. Wie und ob es mit dem Fährbetrieb weiter geht, ist offen. Bis zum 31. Oktober muss die Pächterfamilie die Fähre an den Kreis zurückgeben. Erst dann könne der Kreis handeln und schauen, ob es einen neuen Pächter oder einen Käufer geben wird. "Grundsätzlich will der Kreis Offenbach die Fährverbindung erhalten", sagte die Sprecherin. Außerdem gebe es eine Anfrage der Linken im Kreistag bezüglich der Finanzier- und Realisierbarkeit eines Brückenprojekts, teilte die Fraktion mit. (dpa/jo)

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