Kreise sagen Zuschüsse zu

Durchbruch bei der Mühlheimer Fähre

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Seit Oktober liegt Mühlheims Fähre am Ufer.

Mühlheim - Durchbruch bei der schwierigen Wiederbelebung der Mühlheimer Fähre: Ein neuer Betreiber für den seit Oktober ruhenden Pendelverkehr nach Maintal ist zwar immer noch nicht gefunden. Von Marcus Reinsch

Doch die Kreise Offenbach und Main-Kinzig haben gestern Zuschusszusagen abgeliefert. Damit wachsen die Chancen der nach den Ferien startenden Ausschreibung des Fährbetriebs entscheidend. Die Botschaft des Kreises Offenbach schon als Rettung der Mühlheimer Fähre einzuordnen, wäre verfrüht. Doch seit gestern können Landrat Oliver Quilling (CDU) und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU) wesentlich optimistischer als bisher auf die nahende Ausschreibung des Pendelverkehrs zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim blicken.

Sie haben mit Main-Kinzig-Landrat Thorsten Stolz (SPD) vereinbart, dass ihre Kreise je die Hälfte der „Kosten für die ausstehenden Investitionen, unter anderem die Reparatur der Winde, in einer Größenordnung von etwa 35.000 Euro tragen“. Wichtiger: Diese Zusage gelte auch, falls der Fährbetrieb eine Anschubfinanzierung braucht.

Die Anrainer-Städte Mühlheim und Maintal betonten am ersten Runden Tisch zum Thema ihrerseits, zukünftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Die „schnelle Verbindung über den Main“ sei gerade für ihre Städte von Bedeutung, erläuterten Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek (SPD) und Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). Ob die besagte städtische Verantwortung bei Bedarf auch finanzielle Unterstützung bedeutet, konkretisierten sie nicht.

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Der Kreis Offenbach hatte die Fähre im Oktober aus Sicherheitsgründen stillgelegt und der Betreiberfamilie fristlos gekündigt. Seitdem wurde in der Politik in den Kreisen und Städten zwar mehrfach der gemeinsame Wille formuliert, die Fähre dauerhaft zu erhalten. Ein Wunsch, der auch vom Runden Tisch einstimmig zu hören war. Ein Fährbetreiber allerdings ist bisher nicht aufzutreiben.

Anfang Mai wurde klar, dass selbst die der Ausschreibung vorgeschaltete und ergebnisoffene Markterkundung mit sechs Interessenten kein einziges verwertbares Konzept oder Angebot hervorgebracht hat. Damit die eigentliche Ausschreibung nicht ebenso ergebnislos endet, sei es nun „gelungen, gemeinsam eine Lösung für den Erhalt des Fährbetriebes zu finden, die allen Interessen gerecht wird“, hieß es aus dem Dietzenbacher Kreishaus. Sprich: Vielleicht lässt sich ein Investor anlocken, wenn er das Risiko nicht alleine tragen muss. Auch wenn nach wie vor gelte, dass er die Fähre „grundsätzlich eigenwirtschaftlich betreiben soll“.

Nach Kreisangaben wird die Ausschreibung nach den Sommerferien starten. Sie soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Es seien nun „die Weichen gestellt, um die Fähre, die noch ein gültiges Fährzeugnis bis 2021 hat, dauerhaft zu erhalten“. Die Städte und Kreise sollen in den nächsten Monaten entsprechende Beschlüsse fassen. „Wir gehen davon aus“, so alle Beteiligten, „dass wir damit ein klares Signal für die Weiterführung des Fährbetriebs gegeben haben.“

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