Concordia-Chöre 

Faible für französische Klänge

Auch bei Workshops proben die Musiker fleißig für kommende Auftritte. Foto: Mangold

Concordia-Chöre bereiten sich auf gemeinsames Konzert vor.

Mühlheim – Auf Französisch klingt selbst die gesungene Gebrauchsanweisung eines Apfelsinenschälers wie ein sinnliches Chanson. Der Classica-Chor der Concordia Dietesheim wird am kommenden Sonntag auch Lieder aus Frankreich intonieren.

Das Konzert unter dem Dirigenten Dirk Eisermann steht im Zeichen der Jumelage, der Städtepartnerschaft zwischen Mühlheim und Saint Priest. Außerdem stellt sich zum ersten Mal der Concordia-Chor „Young Voices“ mit Thomas Kiersch in der Willy-Brandt-Halle vor.

Ganz leicht sei es natürlich nicht gewesen, die Lieder einzustudieren, berichtet Gisela Arnold. Auf dem Stundenplan der Schriftführerin der Concordia stand Anfang der 70er-Jahre nur für ein Jahr das Fach Französisch, „viel habe ich in der kurzen Zeit natürlich nicht gelernt“. So wie Arnold geht es vielleicht noch anderen, „ich verstehe nur wenige Worte, aber ich habe ein Faible für die Aussprache“.

Herbert Schmitt, der stellvertretende Vorsitzende, hat beides – Faible und Verständnis. Er spreche perfekt Französisch. Das kam einst dem Druckmaschinenhersteller Manroland zugute, für den Schmitt die Kommunikation mit französischen Kunden übernommen hatte. Beim Konzert wird der Tenor-Sänger für die Gäste aus Saint Priest übersetzen.

Viele Männerchöre haben ihr letztes Konzert schon hinter sich

Die Schriftführerin aus dem Sopran trat mit ihrem Mann Stephan vor sieben Jahren dem Chor bei. Gisela Arnold erzählt, wie sich das Singen im Chor auf das eigene Befinden positiv auswirke, „hinterher fühle ich mich entspannt“. Schön sei außerdem das Gemeinschaftserlebnis. Nach der Probe sitzt man im Vereinsheim Am Grünen See noch beisammen.

Vor gut einem Jahr engagierte die Concordia den Dirigenten Thomas Kiersch, um einen Chor für jüngere Interessenten ins Leben zu rufen. An Kiersch schätzt Arnold, dass ihn nicht nur Proben und Auftritte interessieren, „er denkt auch im Sinne des ganzen Vereins“.

Das Konzert des Classica-Chors mit den „Young Voices“ beginnt am Sonntag, 29. September, um 17 Uhr in der Willy-Brandt-Halle (Dietesheimer Straße). Karten gibt es für 15 Euro im Mühlheimer Buchladen (Bahnhofstraße 17-19) sowie an der Abendkasse.

Viele Männerchöre haben ihr letztes Konzert schon hinter sich. Auch etliche gemischte Formationen werden bald aus Altersgründen die Segel streichen. Ab den 70er-Jahren ließ sich der Nachwuchs mit Liedgut wie „Ännchen von Tharau“ oder „Heidenröslein“ nicht mehr locken, und die alteingesessenen Chöre spürten kein Verlangen, ihre Literatur dem Zeitgeist anzupassen und etwa ABBA-Arrangements aufzunehmen. Genau das macht „Young Voices“.

Der Chor bekam nach einem Workshop noch einmal Zuwachs: Mittlerweile singen 15 Frauen und fünf Männer mit, die meisten sind zwischen dreißig und vierzig Jahre alt. Mit lediglich einer Minderheit in Bass und Tenor lässt sich aber kein vierstimmiger Satz verlässlich einstudieren – für „Young Voices“ kein Problem.

Zum einen kann Kiersch Lieder für drei Stimmen arrangieren. „Zum anderen stellen sich die Verlage längst auf den Männermangel ein“, erläutert der 37-Jährige. Das heißt, von einem Stück liegen drei- und vierstimmige Arrangements vor.

Auch die Gitarristen Norbert Schneider und Maja Lovric treten auf

Auch für die Minderheit, die im Radio keine Pop-Sender einschaltet, klingen für Chor umgeschriebene Lieder von Robbie Williams oder Nena harmonisch wesentlich spannender als in den Originalen. Um dem jungen Chor noch das eine oder andere singende Mitglied zu bescheren, rief Dirigent Kiersch im Hinblick auf Weihnachten das Projekt „Sound of Christmas“ ins Leben, das mit der ersten Probe am 2. Oktober im Vereinsheim der Concordia beginnt und in die Konzerte am 1. Dezember (Nidderau) und am 14. Dezember (Ranstadt) mündet.

Neben den beiden Chören treten am kommenden Sonntag noch die Gitarristen Norbert Schneider und Maja Lovric auf.

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