St. Sebastian-Kirche

Fallende Steine - vom Herzen

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Von links: PGR-Vorsitzender Udo Parakenings, Bürgermeister Daniel Tybussek, Pfarrer Willi Gerd Kost, Generalvikar Dietmar Giebelmann, Reinhard Ricker und Clemens Herold (Verwaltungsrat).

Mühlheim - Pfarrer Willi Gerd Kost muss momentan manches Schriftstück in Kameras halten. Seine Ernennungsurkunde zum Dekan zum Beispiel. Und nun auch den Bewilligungsbescheid für den Zuschuss des Bistums zur Renovierung von St. Sebastian.

Vor allem der ist natürlich keine Anstrengung, sondern einen Akt der Freude - Mainz sichert der Gemeinde 413.000 Euro zu, um ihre Kirche dem Verfall zu entreißen.

Ein Betrag, den die meisten Privatmenschen auf einen Schlag sicher nie besitzen werden, und auch für die Pfarrgemeinde weit mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Kirchenbauten sind zwar kompliziert, ihr Erhalt ist viel teurer als der eines Einfamilienhäuschens. Aber mit etwa 860.000 Euro, so haben es die Gremien der Katholiken hochgerechnet, müssten zumindestens die elementaren Schäden an der Hülle des Gotteshauses zu beseitigen sein.

Das ist entscheidend, weil die Schäden, die im dann später auch noch zu heilenden Innenraum zu beklagen sind, beispielsweise durch das undichte Dach entstanden sind. Drinnen sind Spuren kleiner Bäche auf dem einst weißen und nun nicht nur gräulichen, sondern auch nicht mehr überall mit der Wand verbundenen Putz zu erkennen. Draußen höhlt der berüchtigte stete Tropfen den Stein, weil Wind Wasser verwirbelt hat, wo Regenströme nicht effektiv in Rinnen weggeführt werden. Ein Kamin an der Seite, der einsturzgefährdet war, musste bereits erneuert werden. Kurz: So kann’s nicht bleiben. Momentan werden Angebote für die Gewerke eingeholt. Die Hoffnung, dass es unterm Strich etwas günstiger wird, lebt noch.

Den Zuschussbescheid überreichte Generalvikar Dietmar Giebelmann an Pfarrer Kost im Namen des Bischöflichen Ordinariats. Da fiel nicht nur der Geistlichkeit ein Stein vom Herzen, sondern auch Gesandten des Pfarrgemeinde- und des Verwaltungsrates und Bürgermeister Daniel Tybussek.

Zusammenkratzen muss die Gemeinde natürlich immer noch eine Riesensumme. Die lässt sich nicht auf einen Schlag auftreiben, sondern wird zwangsläufig aufs Spendenkonto kleckern. Die Gremien hatten schon beizeiten die Gruppen der Gemeinde dazu aufgerufen, bei der Verwendung von Erlösen ihrer Veranstaltungen auch an die Kirche zu denken. Eine Art symbiotische Beziehung hat sich mit dem 1000-Jahre-Jubiläum Dietesheims entwickelt.

mcr/pet

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