Fest im Waldkindergarten

Speerspitzen des Frühlings

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Beim Fest des Waldkindergartens „Die wilden Rehkids“ im Lämmerspiel flochten Mädchen und Jungen blaue Wollbänder um Speerspitzen.

Mühlheim - „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.“ Eduard Mörike stand Pate fürs jüngste Familienfest der „wilden Rehkids“.

Es war das letzte, das der bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Obertshausen beheimatete Waldkindergarten auf der Wiese an der Wichernstraße feierte. Nach den Sommerferien werden die elf Kinder und zwei Erzieher ihren Bauwagen beim Verein Zugpferd aufstellen, am ehemaligen Forsthaus im Wald zwischen Lämmerspiel und Markwald.

Der Jagdpächter fürchte, dass die „Rehkids“ Reh-Kitze vertrieben, sagte Asha Scherbach zu den Gründen für den erneuten Umzug. Vor fünf Jahren wechselten die „Laubfrösche“ von einer Lichtung am verlängerten Offenbacher Weg auf die Ostseite des Stadtteils. Den Namen „Rehkids“ wählten sie, weil sie an Heiligabend 2008 eines der scheuen Tiere befreiten, das in einer Eispfütze regelrecht eingefroren war, erzählte die Initiatorin. Zum „Zugpferd“ haben sie bereits enge Kontakte geknüpft.

Regelmäßig ins Unterholz

Regelmäßig ziehen „bärenstarke Kids“, Ehemalige der Freiluft-Kita, mit dem Kaltblüter Moritz ins Unterholz, um beim Entasten zu helfen. Die Gruppe werde außerdem die Nähe zum Seerosenweiher nutzen, kündigte Asha Scherbach an. Die notwendigen Papiere seien beantragt.

„Eigentlich sollte ein Waldkindergarten wie die Indianer regelmäßig den Standort wechseln“, unterrichtete die Gründerin. „So kann sich die Natur regenerieren“, obwohl die Gruppen nur feste Wege und Plätze benutzen. Zudem müssen sie selbst für die Verkehrswegesicherung sorgen.

Ehemalige helfen als Betreuer

Beim Fest unter Buchenästen trafen sich neben den aktuellen Gruppenkindern, Erziehern und Eltern auch frühere „Rehkids“. Einige haben sich bereits als Betreuer qualifiziert und helfen den Mitarbeitern bei Projekten. Diesmal brachten die „Bärenstarken“ ihren Nachfolgern das Schnitzen bei. An einem der kleinen Garniturtische flochten junge Künstler Wollfäden um eine Speerspitze, andere formten Figuren aus Lehm. Dazu hatten die Eltern Kuchen gebacken und Getränke ausgeschenkt.

M.

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