Fastnacht unbedingt am Leben erhalten

Mühlheimer Narren beraten, wie die fünfte Jahreszeit unter Corona-Bedingungen aussehen kann

Ob der Rosenmontagsumzug  stattfinden kann, steht noch nicht fest. Die Fastnachter der Mühlenstadt bereiten mehrere Varianten vor.
+
Ob der Rosenmontagsumzug stattfinden kann, steht noch nicht fest. Die Fastnachter der Mühlenstadt bereiten mehrere Varianten vor. archiv

Ist die fünfte Jahreszeit noch zu retten? Wenige Stunden vor dem ersten Treffen von Repräsentanten aller Fastnacht feiernden Gruppierungen in der Mühlenstadt hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angeregt, über Karnevalsveranstaltungen 2021 nachzudenken. Der Austausch in den neuen Räumen des Mühlheimer Karnevalvereins (MKV) stellte diesem Ansinnen eine große Einigkeit der Narren entgegen: Fastnacht könne nicht abgesagt werden, es gelte, die Veranstaltungen nach den erlassenen Hygieneregeln zu gestalten.

Mühlheim – Jenny Grünwald und Andreas Sattler, Vorsitzende der Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) und des MKV, hatten zu der Versammlung eingeladen. Anwesend waren auch die Vorsitzenden des Lämmerspieler Carneval-Vereins (LCV), der Kolpingfamilie Dietesheim, der Feuerwehr Mühlheim und der Sonnau. Vertreten waren ferner Die Altstaedter, Dalles Cowboys, Lämmerspieler Schellennarren und die Lämmerspieler Ortsvereine, die den Fastnachtszug organisieren.

Rahmenbedingungen für Veranstaltungen können sich täglich ändern

Die KaKaM-Chefin freute sich auch über die Teilnahme von Bürgermeister Daniel Tybussek und Klaus Schäfer, Leiter des Fachbereichs Sport und Kultur. Der Rathauschef wies zunächst darauf hin, dass sich die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen täglich ändern können. Momentan gelte die Regelung, die einen Gast pro drei Quadratmeter Saalfläche erlaube. „Da würde es im Gemeindezentrum St. Markus sehr eng werden“, rechnete die Vorsitzende aus.

Obendrein seien Räume katholischer Gemeinden schon seit der ersten Corona-Welle durch eine Anweisung aus Mainz geschlossen. Manche Tanzgruppen wie die DJK-Garden üben derzeit im Freien, anderen fehlen jegliche Trainingsmöglichkeiten. Noch sei ein bundesweites Verbot nicht ausgesprochen, hieß es. „Die Frage ist, was bedeutet ein Verbot“, gab Jenny Grünwald zu bedenken, „damit kann man noch nicht planen“. Von der Brauchtumspflege abgesehen, müssen die meisten Clubs laufende Kosten begleichen, was nur durch Feste möglich sei.

„Fastnacht, wie wir sie kennen, kann nicht stattfinden“

Bei der corona-konformen Sitzung mit Desinfektionsmittel, Masken und Abstand einigten sich die Anwesenden darauf, sich untereinander abzusprechen und „in verschiedene Richtungen zu denken“. Verglichen mit der Größe der Stadt gebe es in der Mühlenstadt viele fastnachtstreibende Vereine. „Aber wir machen uns gegenseitig keine Konkurrenz, wir sind vielmehr eine große Faschingsfamilie“, betonte die Initiatorin. Es gelte nun, Ideen zu sammeln, „denn allen ist klar, Fastnacht, wie wir sie kennen, kann nicht statt finden“, fasste Jenny Grünwald zusammen.

Die Gemeinschaften wollen „an einem Strang ziehen, trotz Einschränkungen und Verboten, die Fastnacht am Leben halten und den Bürgern zeigen, die Fastnacht ist noch da“. Im Raum stand eine Gemeinschaftsveranstaltung, dazu wollen sich die einzelnen Vorsitzenden jetzt die Meinung der Vereinsmitglieder einholen.

Beim nächsten Treffen am 22. September erneut beim Karnevalverein, will die Runde klären, wie realistisch ein solches Format und wie groß die Bereitschaft der Mitwirkenden ist. MKV und LOV haben auch die Straßenfastnacht thematisiert, mehrere Versionen benannt. Doch auch dazu sollen erst beim nächsten Termin Beschlüsse gefasst werden. (Michael Prochnow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare