Fastnachtsfest mit familiärem Flair

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Überzeugten auf der Bühne mit flotten Tänzen: Die Aktiven der Midi-Garde des Lämmerspieler Carneval-Vereins...

Mühlheim ‐ In geschliffenen Reimen präsentierte Präsident Roland Spychala am Samstag die Gala-Prunksitzung des Lämmerspieler Carneval-Vereins (LCV) in der TSV-Halle. Von Michael Prochnow

Auch sein Vertreter, Joe Becker, pflegte den edlen Gruß für die Gäste im Saal. Mehr als 140 Aktive gestalteten das Fastnachtsfest mit familiärem Flair. Alex Franz, der Prinz der vergangenen Kampagne, erinnerte als „Marktschreier mit de Schell'“ an 2009. In Sachen Fußball forderte er Kameradschaft und Respekt für den Gegner, erwartet von Friedensnobelpreisträger Obama „konkrete Taten“.

Mehr Bilder der Gala-Prunksitzung

Gala-Prunksitzung des LCV

 Den „knuffigen Adventsmarkt“ lobte er als „Super-Idee“ der LOV, derLämmerspieler Ortsvereine. Weniger begeistert war die Ex-Hoheit vom neuen Stadtlogo - der Wortmühle - für „teures Geld“. Heimische Künstler seien da übergangen worden. „Dann lieber zweimal ,M‘ in Lämmerspiel!“, lautete der närrische Alternativ-Vorschlag. Und auch die Bundestagswahlen ließ der Marktschreier nicht aus: „Egal was Du wählst - Du wirst sowieso beschissen!“

„Größenwahn kommt vor dem Fall“

...während Alex Franz als Marktschreier glänzte...

Gesundheit ist kein Luxus“, zitierte Franz die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Man hätte besser sie als ihr Auto klauen sollen, lautete der närrische Rat. Ihr junger Nachfolger lasse nur die Kleinen zahlen. Doch „Größenwahn kommt vor dem Fall“, lernte der Marktschreier aus der Pleite von Quelle-Chefin Schickedanz. Auch die Steuersenkungspläne von Guido Westerwelle stießen übel auf: „Die Zeche zahl‘n wir!“

Mit Hits von Klaus Lage, den „Ärzten“ und den „Flippers“ rissen anschließend zehn „Muntermacher“ das verkleidete Publikum aus den Sitzen. Die „Nachbarinnen“ Angelika Körner und Elli Rink hatten sich schwer in der Wolle, machten lautstark und gestenreich „Krach im Treppenhaus“ und warfen sich in bester Bühnen-Manier üble Vorwürfe an die Köpfe. Mühlheimer haben übrigens auch schon Niveau, „mer waaß halt nie, wo“, klärte Kulissenschieber Thomas Scherb auf. Er lästerte über Elfer, Musiker und Müllemer, schilderte seinen Weg in die Bütt‘ und präsentierte überschwänglich Wortspielereien.

Schwer hatte es Schwester Rita

...und Präsident Roland Spychala die Sitzung leitete.

Zwei Gänge zurück schalteten derweil „die 3 Doldis“ mit Leierkasten, die jeden ihrer wohlgeformten Töne gemeinsam schmetterten - meistens. Schwer hatte es Schwester Rita, in deren Kittel Rita Spychala schlüpfte, wenn die „Krone der Schöpfung“ auf ihrer Station auftaucht.
Ohne Reim, dafür aber mit derbem Witz ließ „Isidor, der Dollbohrer“ alias Thomas Rau seine Zuhörer lachen.
Noch niemals in New York, aber „auf unseren Planken“ schwebten die „Rodautrampler“ etwas ungestüm mit irischem Schritt: Die schwabbelnden Bäuche waren als Six Pack, Klaustaler oder „50-l-Fass“ gekennzeichnet - eine köstliche Variante des in die Jahre gekommenen Genres „Männerballett“. Immer ein Lächeln auf den Lippen tragen Mini- und Midi-Garde. In weiß-blau begeisterten die Mädchen mit akrobatischen Choreografien, machten Stimmung mit aktuellen Rhythmen und Wolfgang-Petry-Hits.

Drahtig bewegte sich ein Damen-Quartett zu Hip-Hop-Takten, die gülden glitzernde Showtanzgruppe und das „Sicherheitspersonal“ von den „Ladykrachern“ mit Rockys Box-Handschuhen. Im elften Jahr mischte Showtime zum Finale das Publikum auf, diesmal mit einem „Best Of “.

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