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Feuerwehr-Nachwuchs trainiert Ernstfälle

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Bei der Großübung des Feuerwehr-Nachwuchses war alles echt. Außer den Notfällen natürlich.

Mühlheim - Wenn, dann richtig – rund 100 Kinder und Jugendliche von neun Feuerwehren vor allem aus dem östlichen Kreis Offenbach haben bei ihrer Abschlussübung auf dem Mühlheimer Areal des Druckmaschinenherstellers „manroland“ nicht einen Ernstfall trainiert, sondern gleich ein Szenarien-Quartett.

Mit dabei: Nachwuchs-Lebensretter aus Mainflingen, Zellhausen, Seligenstadt, Froschhausen, Klein-Krotzenburg, Klein-Welzheim, Obertshausen, Hainstadt und natürlich Mühlheim selbst. Ein Großaufgebot, nicht nur mit Blick auf die Zahl der Akteure. „Unklare Feuermeldung in der Borsigstraße“ heißt es per Funk, den alle Einheiten bekommen – Startschuss für eineinhalb Dutzend Einsatzfahrzeuge aus dem ganzen Umkreis. Vier teils angsteinflößend realistische „Drehbücher“ haben die Mühlheimer Organisatoren geschrieben. Alle Akteure außer den Mühlheimern postieren sich dafür am Bepo-Kreisel. Das erste Team fährt zu einem Verkehrsunfall mit einem brennendem Auto, aufgebaut auf dem Mitarbeiterparkplatz des Werks. Die Zeiten, in denen sich Einsatzkräfte bei Trockenübungen mit Kopfkino begnügen mussten, sind schon lange vorbei. Echte Verletzte gibt’s natürlich nicht, aber Puppen sorgen für die Prise Realität.

Der eigentliche Brand – zum Glück ohne Flammen und Rauch wie bei dem echten Feuer in einem man-Verwaltungsbau vor einigen Monaten, aber mit schauspielerischem Ehrgeiz der Darsteller von der auf Tatüta-Tiger getauften Mühlheimer Kinderfeuerwehr – tobt in der Lagerhalle. Akt drei ist besonders heikel. Beim Gefahrgutunfall läuft eine rote Flüssigkeit aus einem Fass. Könnte theoretisch harmlos sein sein. Doch auf Konjunktive dürfen und wollen sich Feuerwehren nicht einlassen. Die Lage am Chemielager wird mit Hilfe der passenden Ausrüstung geklärt, die Umweltkatastrophe verhindert.

Großaufgebot bei Übung von Jugendfeuerwehren: Bilder

Szene vier ist kein Notfall, aber extrem wichtig für die anderen Einsätze. Die Wasserversorgung muss gesichert sein, damit alle Einheiten mit Löschwasser aus dem nahen Hydranten versorgt werden. Und auch das Sanitätszelt gehört dazu – mit echten Sanitätern und einem Rettungswagen. Am Ende sind Einsatzleiter Daniel Haupt, die Zehn- bis 17-jährigen Retter und die Zaungäste aus Feuerwehr, Stadtverwaltungen und Politik sehr zufrieden. Die Übungen seien komplex und nicht einfach zu meistern gewesen, bescheinigt Haupt. Und auch mit Fremden auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, müsse trainiert werden. (nj)

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