Filetstück nimmt Form an

+
8700 Quadratmeter Bauland in bester Lage: Auf der letzten Pi-Park-Freifläche neben dem alten Feuerwehrhaus könnten bald Mehrfamilienhäuser entstehen.

Mühlheim - Der stadtplanerische Dauerlauf um das letzte noch nicht entwickelte Stück des ehemaligen Pionierpark-Areals an der Dietesheimer Straße geht in den Endspurt. Von Barbara Hoven

Mit der Zustimmung zu einem neuen, ausschließlich auf Wohnbebauung ausgerichteten Bebauungsplan soll das Stadtparlament in seiner morgigen Sitzung eine der letzten Hürden aus dem Weg räumen. Als Ziel weist die Vorlage der Stadtplaner den Bau von zehn Mehrfamilienhäusern mit 64 Vierzimmer-Wohnungen auf den dem Bund gehörenden 8700 Quadratmetern aus. Ein Investor, der nicht nur die Immobilien baut und vermarktet, sondern auch die noch fällige Erschließung des Geländes schultert, scheint bereits in den Startlöchern zu stehen. Katharina Zysk von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bestätigte gestern auf Anfrage, die Verhandlungen mit dem potentiellen Bauherrn hätten einen „sehr konkreten“ Status erreicht. Sie gehe davon aus, dass sie „zeitnah zum Erfolg gebracht werden“.

Dazu soll die Kommunalpolitik einen elementaren Beitrag leisten, indem sie eine alle Beteiligten störende Rechtsunsicherheit beseitigt. Denn der bisher gültige Bebauungsplan schließt Gewerbeansiedlungen auf dem Gelände nicht ausdrücklich aus. Das gilt als Gefahr, weil ein Käufer dort nach heutigem Stand der Dinge statt der von der Stadt gewollten und auch vom Bund favorisierten Wohnbebauung theoretisch auch einen Discounter oder eine Spedition hochziehen könnte. Groß wäre diese Gefahr zwar auch ohne Einschränkung der Verwendungsmöglichkeiten durch das Parlament nicht - der Bund hat sich bei der Suche nach potentiellen Käufern ausschließlich auf mit den städtischen Wünschen kompatible Konzepte konzentriert. Aber das Risiko kann noch minimiert werden.

Das einstige Pionierpark-Gelände gilt mit seiner Lage in Flussnähe immerhin als Filetstück. Wenn auch als eins mit schwieriger und vor allem langwieriger Vorgeschichte. Im Jahr 1987 war bei Baumaßnahmen eine Belastung des Bodens festgestellt worden, Schwermetalle und Arsen verseuchten die Erde. In den Boden gelangt sind die Giftstoffe zwischen 1876 und 1926, als die IG Farben dort ein Werk betrieb. 1998 begann das Sanierungsprojekt auf dem städtischen Teil des Geländes, der inzwischen längst bebaut ist. Im Jahr 2006 nahm man die Bodensanierung des Areals des Bundes neben dem alten Feuerwehrhaus in Angriff.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare