Fremdsprachen immer wichtiger

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Bei 840 Schülern ist die Kapazitätsgrenze des Ebert-Gymnasiums erreicht.

Mühlheim ‐ Gymnasium ist nicht gleich Gymnasium. Seit einigen Jahren feilen die Schulen an einem eigenen Profil - was an Viertklässler und ihre Eltern die Anforderung stellt, sich in den in Frage kommenden Einrichtungen über eben jenes Profil zu informieren. Von Michael Prochnow

Das Mühlheimer Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) bot dazu am Freitag hinreichend Gelegenheit. Sämtliche Fachbereiche präsentierten Angebote und Projekte in ansprechendem Rahmen, Mitmach-Aktionen und Spiele.

Die häufigste Frage von Müttern und Vätern zielte auf die Option, dass die Kinder über Mittag am Lernort bleiben können. Am Ebert-Gymnasium heißt dieses Konzept „PÄM“, die so genannte „Pädagogische Mittagsbetreuung“. In diesem Rahmen werden neben dem obligatorischen Mittagstisch in der Mensa verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten. Die Auswahl reicht von Malen über Rudern, Tennis und Fußball bis hin zu Mode & Design, Improvisationstheater und Gedächtnistraining, zeigte Margit Früchtl-Staab auf.

In zwei Containern zusätzliche Räume

Etwa ein Drittel der Schüler in den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7, rund 130 Teilnehmer, besuchen derzeit die PÄM-Kurse, die von fünf externen Mitarbeitern geführt werden. Für die Eingangsstufe organisiert der Schulelternbeirat zudem Computerkurse, für die Interessierte bei der Einschulung angemeldet werden können. Schulleiter Jürgen Hegener erkennt in der hohen Nachfrage die Notwendigkeit von Ganztagsschulen. Für die nächsten Jahre rechnet er noch mit relativ starken Jahrgängen. Bislang konnte sein Haus auch Anmeldungen aus Offenbach und Hanau annehmen. Alle Fünftklässler werden dann wieder auf vier Lerngruppen verteilt. 840 Lernende werden dann das FEG besuchen - „mehr geht nicht“. In zwei Containern werden zusätzliche Räume geschaffen. Das sei notwendig, weil wegen der auf acht Jahre verkürzten Gymnasialzeit (G8) die jetzigen Jahrgangsstufen 9 und 10 zusammen in die so genannte Qualifizierungsphase aufrücken.

Die Schule stellte sich und ihr Angebot am Freitag bei einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor.

Stressig werde es in der Stufe 6, meinte Englisch-Lehrer Jens Bodensohn. Dann komme die zweite Fremdsprache hinzu - an diesem Gymnasium Latein oder Französisch - und einige Fächer werden epochal unterrichtet, also nur über ein Halbjahr. Sein Unterrichtsfach stellte er mit Domino-Steinen mit Vokabeln drauf, Schatzsuche und Fliegenklatschen vor, mit denen die richtigen Wörter ausgewählt werden sollten.

Naturwissenschaften bilden Schwerpunkt

Gerade mit den Jüngsten, die von der Grundschule kommen, werden trotz des engen G8-Zeitkorsetts immer wieder Spielphasen eingebaut, warb Bodensohn. Etwa ein Viertel der Sechstklässler wähle Latein, informieren die Pädagogen. Die Französisch-Kollegen lassen derweil am Computer pauken. Für jede richtige Zuweisung ertönt Applaus.

Fremdsprachen nehmen im Stundenplan einen wachsenden Raum ein. Eine Europakarte in der Pausenhalle dokumentiert, in welche Regionen derzeit Kontakte gepflegt werden. Da war neben Mühlheims Partnerstadt St. Priest auch Crotone in Italien markiert, Radomsko in Polen, wo die künftige Partnerschule steht, sowie die Orte der Partner im aktuellen Comenius-Projekt in Griechenland, Estland, Rumänien und in der Türkei.

Einen anderen Schwerpunkt an der Seewiese bilden die Naturwissenschaften. Am Freitagnachmittag zischt, funkt und stinkt es in den Physik- und Chemie-Lehrsälen. Mit Feuereifer lässt es die AG von Dr. Rolf Eckhardt krachen. Andernorts weist man die Echtheit von Geldscheinen nach und widerlegt die Arbeitshypothese, „je größer desto lauter“: Die kleine Würstchendose fliegt mit einem größeren Knall in die Luft…

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