Neue Idee

Freundeskreis will Katzensitter-Netzwerk knüpfen

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Kommt der Katze der Mensch abhanden, ist das schon nicht schön. Merkt man, wenn der Stubentiger später beleidigt ist oder wenigstens so tut als ob. Ein Ortswechsel mit seinen neuen Territorien und Gerüchen allerdings kommt oft purem Stress gleich.

Mühlheim - Der „Freundeskreis Katze und Mensch“ wird in Mühlheim aktiv. Als Verein will er Kontakte zwischen Menschen knüpfen, die ihre Tiere gegenseitig betreuen. Kostenlos und vor allem im für die Vierbeiner so wichtigen gewohnten Umfeld.

Die hiesige Keimzelle des Freundeskreises hat Offenbacher Wurzeln. Angela Plato und ihr Mann Philipp hatten vor einigen Jahren Urlaubspläne. Vor der Vorfreude stand allerdings die Sorge, wer die Kater Max und Moritz nicht nur füttern, sondern streicheln, bespielen und notfalls zum Tierarzt bringen kann. Angela Plato gründete 2010 die Offenbacher Ortsgruppe des bundesweit tätigen Vereins, lud an Stammtische ein, organisierte Vorträge, war mit ihren ausschließlich ehrenamtlichen Mitstreitern auch schon bei Festen des Tierheims vertreten und hatte offenbar eine echte Marktlücke entdeckt. Wobei Markt das falsche Wort ist. Weil der Freundeskreis zwar einer Nachfrage ein Angebot gegenüberstellen will, aber als privates Netzwerk nicht kommerziell arbeitet. Sprich: Den Mitgliedern ist es ausdrücklich verboten, für die Betreuung der Katzen von anderen Mitgliedern Geld oder auch nur Urlaubsmitbringsel zu nehmen.

Offenbar eine ganz sympathische Regel. Die Zahl der kleinen bunten Aufkleber auf dem Offenbacher Stadtplan jedenfalls, jeder für ein Mitglied, wuchs nach und nach auf einige Dutzend. Und auch aus dem Kreisgebiet meldeten sich Interessenten, was dazu führen soll, dass auch Katzenbesitzer in Mühlheim, mittlerweile Wohnort der Platos, bei Bedarf eine Art „Vertretung“ für Urlaub, Dienstreise, Krankenhausaufenthalt finden, die nicht erst anreisen muss.

Im Idealfall ein Selbstläufer

Das Prinzip Gegenseitigkeit ist im Freundeskreis angelegt, wie es sich auch bei vielen Seniorenhilfen bewährt hat: Wer anderen hilft, „erwirbt“ sozusagen das Anrecht auf die Hilfe von anderen. Wer anfängt, ist egal. Im Idealfall ein Selbstläufer. Mit dem netten Nebeneffekt, dass nicht die Vierbeiner in aller Regel wider Willen neue Artgenossen, neue Futterplätze, fremde Geräusche und neue Territorien in einer der vielen gewerblich betriebenen Tierpensionen kennenlernen müssen, sondern sich die Zweibeiner beschnuppern dürfen. Katzensitting zwischen Privatleuten ist Vertrauenssache, und das ist erst mal aufzubauen. „Es ist wichtig, dass sich die Mitglieder kennenlernen, bevor man sich gegenseitig Katze und Schlüssel anvertraut“, sagt Angela Plato.

Gelegenheit dafür biete sich regelmäßig an den Katzenstammtischen, wo auch mal eine Tierärztin über für Katzen gefährliche Zimmerpflanzen und futtermittelindustrielle Tendenzen zur Ausnutzung von Tierliebe referiert, oder eben bei einem extra angesetzten Treffen.

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In der ganzen Republik zählt der Freundeskreis Katze und Mensch heute mehr als 5000 Mitglieder. Er arbeitet durchgängig ehrenamtlich und steckt die Mitgliedsbeiträge vor allem in den Tierschutz. Hier gilt die Sorge vor allem herrenlosen und verwilderten Katzen, deren Zahl in Deutschland von Tierschutzorganisationen auf mindestens zwei Millionen geschätzt wird.

Der Gesamtverein ist im Internet auf der Seite www.katzenfreunde.de unter die Lupe zu nehmen. Ansprechpartnerin in Mühlheim ist Angela Plato. Interessenten informieren sich direkt bei ihr unter 06108/9976993 oder bei Erhard Storoschenko unter 069/845028. Per Mail ist die Gruppe unter der Adresse offenbach@katzenfreunde.de zu erreichen.

mcr

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