Streben nach Modernität

Friedensgemeinde baut Haus an der Büttnerstraße um

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Das Gemeindehaus der evangelischen Friedensgemeinde soll aufwendig umgebaut werden. So wird etwa der Eingang neu gestaltet. Auch barrierefreie Zugänge sind ein wichtiger Punkt bei dem Unterfangen.

Mühlheim - Bis Ende des nächsten Jahres möchte die evangelische Friedensgemeinde ihr Gemeindehaus an der Büttnerstraße umgebaut haben. Dann soll es sowohl energetischen Ansprüchen als auch den vielfältigen Bedürfnissen der Nutzer gerecht werden. Von Christian Wachter 

Die Kosten liegen bei rund 470.000 Euro, von denen 155 000 aus Eigenmitteln zu stemmen sind. Lange wurde diskutiert, das Ziel eingekreist und verschoben. Nun steht der Entschluss der evangelischen Friedensgemeinde, das Gemeindehaus an Mühlheims Büttnerstraße umzubauen. „Es führt kein Weg mehr daran vorbei, die Zeit dazu ist überreif“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Gründe dafür gebe es zuhauf.

Das Gebäude genüge den technischen und energetischen Ansprüchen nicht mehr, die Entwicklung der technischen Standards habe die Räume in den letzten Jahrzehnten überholt, die sanitären Anlagen müssten seniorengerecht ausgebaut werden. Die Fenster des Gemeindesaals, so schön sie sein mögen, ließen die Wärme im Winter hinaus und im Sommer hinein. „Die Akustik der Räume ist ungenügend, die Ausstattung nicht mehr ansprechend und zweckmäßig.“

Mit dem Umbau will man sich aber auch den inzwischen vielen Aktivitäten im Gemeindehaus Rechnung tragen, die viel vom frischen Wind des Zeitgeists abbekommen haben. Kindergruppen treffen sich zum Basteln, Erwachsene zu Gymnastik, Yoga und Vorträgen. Dann gibt es noch die regelmäßigen Gemeindefeste und Konzerte. „Die Vielschichtigkeit der Nutzer verlangt Räume, die in Qualität und Ausstattung dieses Spektrum widerspiegeln können“, heißt es vonseiten der Gemeinde.

Gemeinde möchte optimale Erreichbarkeit

Die jüngsten Nutzer etwa benötigten ein pflegeleichtes und kindgerechtes Umfeld, die Sportgruppen einen geeigneten Fußboden. „Für das Frühstückscafé wiederum ist die Anbindung an die Küche und die Sanitärräume wünschenswert, bei Sitzungen und Konzerten muss die Raum-Akustik stimmen.“

Ein ganz wichtiger Punkt sei die optimale Erreichbarkeit für alle Personen, ob ganz jung oder ganz alt, groß oder klein, „also gleichermaßen für Enkel und Opa“. Schon in der Vergangenheit, betont die Gemeinde, habe man bewiesen, wie wandlungsfähig das Gebäude sein kann, das heute an jenem Ort steht, an dem 1899 der erste evangelische Betsaal in Mühlheim eingeweiht wurde.

Wenige Jahre später, mitten im Ersten Weltkrieg, entstand aus dem Betsaal eine Kapelle. Die Gemeinde wuchs, erwarb das Pfarrhaus und richtete 1925 den Kindergarten ein.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg, die Zahl der evangelischen Bürger in Mühlheim nahm immer mehr zu, wurde 1958 für Betsaal und Kindergarten das neue Kirchengebäude mit seinem symbolischen Kindergarten-Fundament nebenan errichtet. Das jetzige Gemeindehaus entstand 1972, als die Kapelle und das Schwesternhaus umgebaut wurden mit zusätzlich vier Appartements für das Kindergartenpersonal. Heute, 45 Jahre später, ist der Bau in die Jahre gekommen und der Kirchenvorstand hat im Herbst 2017 beschlossen, das Gemeindehaus bedürfnisgerecht zu modernisieren.

Baubeginn für Anfang 2019 geplant

Konkret sind folgende Baumaßnahmen geplant: Der Eingang wird neu gestaltet und erhält einen offenen Zugang zum Pfarr- und Kindergarten durch eine breite Treppe. Notwendige räumliche Zusammenhänge werden neu hergestellt.

Die Küche, die jetzt im Kellergeschoss liegt, und barrierefreie Toiletten sollen künftig im Parterre nahe dem Gemeindesaal und der Bücherei angeordnet werden. Die bereits vorhandenen Sanitärräume im Kellergeschoss werden saniert. Das WC neben der Kinder- und Jugendbücherei wird kindgerecht ausgestaltet, die Bücherei künftig barrierefrei erreichbar sein.

Nach energetischen Gesichtspunkten wird die Dämmung des Daches des Gemeindehauses und der Außentüren optimiert. Für die Glasbausteinwand und für die bunten und großen Fenster des Gemeindesaales soll eine Lösung her, die den ungehinderten Energiefluss befriedigend dämmt, aber auch das Gestalterische nicht zu kurz kommen lässt. Die Akustik wird durch eine Neugestaltung der Decke verbessert.

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Zuständig für die Erfüllung dieser Wünsche und Vorschläge ist das Architekturbüro Seipel, das bereits eine Vorplanung umgesetzt hat. Die Kosten werden bei 470.000 Euro liegen, rund 155.000 muss die Gemeinde aus Eigenmitteln stemmen. Losgehen mit den Bauarbeiten soll es Anfang des nächsten Jahres. „Vielleicht kann Ende 2019 zur Einweihung eingeladen werden, das wäre schön -- Ziel ist es, die Räumlichkeiten der evangelischen Friedensgemeinde zukunftsfähig zu machen.“

Um den Eigenanteil finanzieren zu können, ist die evangelische Friedensgemeinde auf Spenden angewiesen. Diese können ab sofort unter dem Stichwort „Gemeindehausumbau“ auf folgendes Spendenkonto eingezahlt werden, Spendenquittungen werden ausstellt. Volksbank Maingau, IBAN: DE84 5056 1315 0001 8230 43, BIC: GENODE510BH.

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