Teurer Trend zur Urne

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Mühlheim - Auf der Suche nach einem Weg, die absackende Kostendeckung bei den Friedhofsgebühren in den Griff zu bekommen, will die Stadt für Urnenbegräbnisse künftig 40 Prozent mehr verlangen. Stimmt die Politik zu, kosten solche Beisetzungen dann 955 statt bisher 682,90 Euro. Von Marcus Reinsch

Und auch für die Verteuerung kleinerer Kostenposten ist in der neuen Gebührenordnung grünes Licht gefragt. Oft geht es nur um wenige Euro, manchmal rundet die Verwaltung krumme Beträge auch einfach auf den nächsten glatten Betrag auf.

Der angepeilte Dreh an der Gebührenschraube für Urnenbestattungen allerdings wird richtig weh tun - und zwar relativ vielen Menschen. Denn es ist „in den letzten Jahren ein stetig steigender Trend“ zu dieser Art von Beisetzung zu beobachten. 65 Prozent aller Beerdigungen seien mittlerweile Urnenbeisetzungen, nur noch 35 Prozent Erdbestattungen, heißt es aus der Friedhofsverwaltung. Die sieht die Gründe dafür vor allem darin, dass eine Urne die kostengünstigste Bestattungsvariante ist.

Und offenbar die Pflegeleichteste, was der veränderten „Lebensart der Menschen“ entgegenkomme, die sich etwa wegen eines weit entfernten Wohnorts nicht mehr so intensiv um die Gräber ihrer Toten kümmern wollen oder können, wie das mal üblich gewesen sei. Folge: Die städtischen Einnahmen sinken, die Kosten aber bleiben hoch. Das führe zu einem Kostendeckungsgrad, der nur noch 75 statt der auch im aktuellen Haushaltssicherungskonzept vorgegebenen 85 Prozent betrage. Um die Zehn-Prozent-Differenz auszugleichen, müsse gerade die Gebühr für die häufigste Bestattungsform überproportional angehoben werden.

Bestattung auf Britisch

Bestattung auf Britisch

Zusätzlich wollen die Verwalter dem Urnen-Trend entgegensteuern - indem sie zwar auch Erdbegräbnisse teurer machen, aber nicht so sehr wie Urnenbegräbnisse. Der ursprüngliche Klassiker unter den Ruhestätten soll bei Erstbestattungen rund 20 Prozent teurer werden (1450 statt 1209,65 Euro), bei jeder weiteren Beerdigung um gut 10 Prozent. Zusätzlich soll das Nutzungsrecht an Wahlgräbern bei Erdbestattungen um rund 4 Prozent teurer werden (2000 statt 1925 Euro), bei Urnenbestattungen aber 20 Prozent (900 statt 751,50 Euro).

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