Früher offen als sonst

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Letzte Reinigungsarbeiten vor der Eröffnung am morgigen Samstag: Thomas Eitel bedient den Bodensauger.

Mühlheim ‐ Es sind ziemlich genau 700 000 Liter frisches Leitungswasser, die Lämmerspiels Schwimmmeister am vergangenen Wochende in die Becken des Freibads haben laufen lassen. Von Heiko Wiegand

Mit Hilfe eines Feuerwehrschlauchs hat die Aktion zwei Tage gedauert“, sagt Thomas Eitel. Exakt 15,5 Grad hat das Wasser im 25-Meter-Becken an diesem Donnerstag früh gegen 8 Uhr. Eitel grinst. Da wird man wach. Morgen früh, um kurz nach elf, wird Bürgermeister Bernd Müller die diesjährige Freibadsaison einläuten. Diesmal allerdings nicht, wie man hört, mit einem beherzten Sprung ins Wasser, sondern ganz offiziell, wie Bürgermeister das eben so tun. „Wir sind in diesem Jahr etwas früher dran als in der Vergangenheit. Da haben wir erst Mitte Mai eröffnet“, erzählt Eitel. Aber das Wetter habe diesen Monat hervorragend mitgespielt, deshalb habe man den Termin eben zwei Wochen vorverlegt.

Als die Schwimmeister nach Ostern zum ersten Mal nachgeschaut haben, welche Schäden der strenge Winter hinterlassen hat, „ist klar geworden, dass diesmal etwas mehr Fliesen kaputt gingen als in den vorigen Jahren“, sagt Roland Peterson, bei den Stadtwerken für die Bäder zuständig. Vor allem an den Außenseiten und am Beckenkopf hat der Frost mit Muße genagt. Auf rund 10 000 Euro beläuft sich deshalb der Schaden, im Vergleich zu den sonst üblichen 5000 Euro. „Aber die Umwälzanlage hat sofort funktioniert“, ergänzt Thomas Eitel.

Die Preise bleiben gleich

Über den Winter blieb das Wasser als Frostschutz im Becken, die Ränder durchgehend geschützt mit einer schwarzen Gummilippe, die den Druck des sich ausbreitenden Oberflächeneises an flexibel auffing. Am Beckenkopf half diese Technik freilich nicht. In dieser Saison gilt es den bisherigen Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr zu brechen. Rund 30 000 Menschen längst nicht nur aus Lämmerspiel machten das Freibad 2009 zur Erfolgsgeschichte. „Es ist ein Familienbad im klassischen Sinn. Unsere Gäste kommen aus Mühlheim, aus Hanau-Steinheim und bis aus Rumpenheim und Bürgel nach Lämmerspiel“, freut sich Roland Peterson. Kein Wunder bei den Preisen, die Tarifstruktur ist eingängig: zwei Euro für Erwachsene, ein Euro für Jugendliche bis 18 Jahre. Die Zehnerkarte kostet neun bzw. 18 Euro, alles wie ehedem.

Dafür erwartet die Besucher ein Schwimmbecken nebst Liegewiesen, alles bis ins kleinste Detail liebevoll gepflegt. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt also auch in dieser Saison für die Besucher des Freibads.

Geschwommen wird auf dieser kleinen Insel zwischen Rodau und Brühlbach übrigens bereits seit den 30-er Jahren. „Damals allerdings noch in einer großen Lehmkuhle“, verweist Schwimmmeister Roland Peterson auf viele Berichte von älteren Badegästen.

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