Für ein buntes Mühlheim

Initiative „Die Rechten einsacken“ ruft in der Mühlenstadt zur Demonstration auf

Fürs Foto ohne Maske, die Initiatoren von „Die Rechten einsacken“: Michael Hamrodi (von links), Lasse Westphal, Tim Hainz, Helge Kuhlmann und Yannic Bill.
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Fürs Foto ohne Maske, die Initiatoren von „Die Rechten einsacken“: Michael Hamrodi (von links), Lasse Westphal, Tim Hainz, Helge Kuhlmann und Yannic Bill.

Die AfD könnte bei der Kommunalwahl in die Stadtverordnetenversammlung in Mühlheim einziehen. Ein Quintett will das verhindern.

Mühlheim – Ein Quintett junger Mühlheimer will zusammen mit möglichst vielen Unterstützern verhindern, dass die AfD bei der Kommunalwahl am 14. März erstmals in die Stadtverordnetenversammlung einzieht. Sechs Kandidaten schickt die AfD ins Rennen. Zwar könne die Partei demokratisch gewählt werden, sie stehe aber für eine „rechtsextreme, frauenfeindliche, rückwärtsgewandte, antidemokratische Politik“ und könne damit das „politische und gesellschaftliche Klima in Mühlheim nachhaltig schädigen“, schreiben Michael Hamrodi, Lasse Westphal, Tim Hainz, Helge Kuhlmann und Yannic Bill.

Eben diese Art von Politik und Populismus will die Initiative „Die Rechten einsacken!“ nicht akzeptieren und ruft für den morgigen Samstag zu einer Demonstration für ein „buntes Mühlheim und gegen jegliche rechtsextreme Bestrebungen in unserer Stadt“ auf.

Bislang hatte es die AfD nicht geschafft, in Mühlheim Fuß zu fassen. „Die Gründung eines Ortsverbandes scheiterte in der Vergangenheit, weil nicht genug Menschen mit ihrem Namen und ihrem Gesicht für diese menschenverachtende Partei stehen wollten“, meinen die Initiatoren. Zu verdanken sei dies vor allem auch der Zivilgesellschaft, die mit Gründung von Initiativen gegen Rechts einen gesellschaftlichen Druck auf Personen aufgebaut habe, die sich für diese rechtsextreme Partei engagieren wollten.

„Nun droht der politische Dammbruch“

Nun drohe allerdings der „politische Dammbruch“. Bei den vergangenen Wahlen holte die AfD in Mühlheim zwischen zwölf und 15 Prozent der Stimmen. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn das rechtsextreme Wahlpotenzial in Mühlheim sich bestätigt fühlt und Vertretungen in das Stadtparlament entsendet.“ Welch Geistes Kind in dem Mühlheimer Ableger schlummert, zeigt sich auf der vor Kurzem eingerichteten Facebook-Seite. Dort finden sich rechte Parolen wie „Bezahlbarer Wohnraum ist einfach ... einfach alle Illegalen ausweisen“ oder „Deutsche Leitkultur statt ,Multikulturalismus’“. Das ist heftig, findet das Quintett.

„Einige von uns sind bereits länger in verschiedenen Bündnissen gegen Rassismus organisiert, viele von uns engagieren sich in diversen Kulturprojekten in Mühlheim“, heißt es vonseiten der Initiatoren. Die Bestrebungen, rechtes Potenzial in Mühlheim zu koordinieren und mithilfe einer eigenen AfD-Liste in die Stadtverordnetenversammlung zu bringen, sehe man als letztes Warnsignal. „Deshalb bündeln wir nun unsere Kräfte, Erfahrungen und Kontakte, um uns entschlossen gegen die rechten Tendenzen in Mühlheim zu stellen.“

Mit ins Boot nehmen wollen die fünf auch alle Vereine, Parteien und kirchlichen Institutionen, die sie angeschrieben haben, um am morgigen Samstag eine „breite Basis der Mühlheimer Zivilgesellschaft“ zu mobilisieren. Denn nicht nur im Parlament werden die Geschicke der Stadt gelenkt, sondern auch in den mehr als 150 Vereinen, in denen täglich vorbildliche Integrationsarbeit geleistet werde. „Für all die Menschen, die sich jeden Tag für ein weltoffenes Mühlheim einsetzen, muss eine AfD-Wahlliste ein Schlag ins Gesicht sein.“ (ron)

Infos

Demobeginn ist am Samstag (20.02.2021), 14 Uhr, am Alten Friedhof in Dietesheim (Bettinastraße). Die Endkundgebung ist am Bürgerpark geplant. Es gilt, Mindestabstände einzuhalten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

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