Humorvolle Hobbykicker

Fußballtennis: Gruppe gründet eigenen Verein

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Mit Kraft, Technik und der richtigen Taktik: Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern, wobei sich zwei vorne am Netz und zwei hinten an der Linie aufstellen.

Mühlheim – Jahrelang wurde unter dem Dach der Herz- und Rehasportgemeinschaft auch Fußballtennis gespielt. Jetzt haben die Mitglieder einen eigenen Verein gegründet – und einiges vor. Von Patrick Eickhoff

Wenn man nach einem Satz fragt, der die Akteure, die sich an diesem Abend in der Sporthalle des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) versammelt haben, beschreibt, der muss beim Mannschaftsfoto nur auf die Anweisung von Werner Petrat hören: „So und jetzt wird gelacht“, sagt er. „Wir sind schließlich froh, dass wir noch fit sind und Fußballtennis spielen können.“

Und gelacht wird wirklich. Die bunt gemischte Truppe ist zwischen 42 und 81 Jahren alt und spielt, wie Petrat es richtig beschrieben hat, Fußballtennis. Das haben die Aktiven jahrelang unter dem Dach der Herz- und Rehasportgemeinschaft getan – bis vor Kurzem. „Da wir nicht immer einen Arzt vor Ort haben, ging es auf der Jahreshauptversammlung darum, dass wir nicht mehr so ganz dazu passen“, beschreibt der Älteste der Runde. Die Lösung lag auf der Hand: ein eigener Verein. Seit kurzem sind die Männer als Fußballtennis-Club Mühlheim (FTC) offiziell beim Hessischen Fußballverband gemeldet. Doch in wohl kaum einem Sportverein geht es so lustig zu, wie freitagabends in der bei FTC in der FEG-Halle. „Wir sind eine super Truppe“, sagt Dieter Trautwein. „Schließlich wollen wir ja Spaß haben.“

Und der kommt nicht zu kurz. Neben flotten Ballwechseln auf dem Feld, dass von der Größe etwa einem Tennisplatz gleicht, folgt so mancher Spruch. Zwischen „Peter bist du gedanklich noch im Winterurlaub?“ bis „Ich glaube du musst mal zum Optiker“, wird jede Szene kommentiert. Und es wird gelacht. Herzhaft und ausgiebig. Da wird das ein oder andere Mal auch der in der Fußballbundesliga nicht gerade beliebte Videobeweis gefordert. Mit einem Augenzwinkern versteht sich.

Den Vorsitz des neuen Vereins hat ausgerechnet der Jüngste übernommen: Dominic Petrat. „Ich bin seit einigen Jahren dabei“, verrät er. „Mein Vater hat mich damals mit hergenommen und ich bin ganz ehrlich – von den Älteren kann man sehr viel lernen.“ Petrat Junior rührt ordentlich die Werbetrommel, treibt Sponsoren für einen Trikotsatz zusammen, kümmert sich auch um die Pressearbeit. 15 Euro pro Quartal kostet die Mitgliedschaft. „Das ist nicht viel“, findet Petrat. „Es sind schon ein paar Mitglieder mehr geworden“, verrät er. 14 Aktive tummeln sich diesmal in der Halle. Gespielt wird vier gegen vier. Normalerweise bis 21, heute nur bis 15 – weil so viele erschienen sind. „Ist ja blöd, ich fange doch ab 13 erst an, warm zu werden“, scherzt Trautwein.

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Aber eins wird auch klar. Das Sportliche kommt definitiv nicht zu kurz. Mit ordentlich Wucht zimmert Dominic Petrat den Ball durch die Sporthalle. Eine Angabe mit dem Vollspann. Wuchtig, präzise und schwer zu kontrollieren. Doch es wird nicht gemeckert – ganz im Gegenteil. Ob mit Kopf, Fuß oder dem Oberschenkel irgendwie finden sie immer eine Lösung. „Der Ball darf dreimal aufspringen und von drei Spielern berührt werden“, verrät Werner Petrat. Das ähnelt vom Prinzip dem Volleyball, ist aber auch ganz schön anstrengend. „Deshalb gibt es natürlich genügend Pausen und wir machen uns ja auch ausgiebig warm“, sagt Dominic Petrat.

Der ist froh, dass weiterhin in der Sporthalle des Gymnasiums gespielt werden kann. Jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr wird dort seit Jahren jongliert und gekickt. „Und wir sitzen auch danach öfter noch zusammen oder gehen was essen“, verrät er. „Wir sind halt eine echte Gemeinschaft“, fügt Dieter Trautwein hinzu.

Die hat auch Pläne für die Zukunft. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt, wir wollen ein Turnier ausrichten“, verrät Werner Petrat. Früher haben die Fußballer öfter an solchen teilgenommen. „Und wir haben sogar ein paar gewonnen.“

Weitere Informationen

Wer Interesse hat, schaut einfach freitags von 18 bis 20 Uhr in der Sporthalle des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (Eingang Gerhart-Hauptmann-Straße) vorbei.

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