Gebäudekomplex mit „grünem Herz“

Im „Mühlheimer Tor“ ist nicht nur Platz für Büros, sondern auch für Fitness und Gastronomie

Rundgang mit den Bauherren: Bürgermeister Daniel Tybussek (von links), Dr. Ulrich Löffler, Norma und Björn Rosemeier sowie Till Böttcher grüßen aus dem obersten Stock des Mühlheimer Tors.
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Rundgang mit den Bauherren: Bürgermeister Daniel Tybussek (von links), Dr. Ulrich Löffler, Norma und Björn Rosemeier sowie Till Böttcher grüßen aus dem obersten Stock des Mühlheimer Tors.

Es ist nicht zu übersehen: Seit mehr als einem Jahr wachsen an der Lämmerspieler Straße zwei Gebäude in die Höhe. Das erste ist mittlerweile „ausgewachsen“ und fällt mit seiner Holz-Glas-Beton-Optik sofort ins Auge. Das zweite ist noch im Rohbau und soll planmäßig Mitte September vollendet sein. Zusammen ergeben die 19 Meter hohen und miteinander verbundenen Bauwerke das „Mühlheimer Tor“.

Mühlheim – „Wir schaffen etwas, was nicht übersehen werden kann“, sagt Norma Rosemeier, die zusammen mit ihrem Mann Björn und Dr. Ulrich Löffler hinter dem ambitionierten Projekt steckt. „Wie ein Stadttor vor den Toren von Frankfurt und Hanau“, findet Björn Rosemeier. Auf 4 310 Quadratmetern Fläche hat die „Björn Rosemeier und Dr. Ulrich Löffler Vermögensverwaltungs GbR“ neben Büroeinheiten zwischen 50 und 250 Quadratmetern, die auch zu größeren Einheiten zusammengefasst werden können, ein hochmodernes Arbeitsumfeld geschaffen, das auch ökologisch überzeugt. „Alles ist sehr gut durchdacht, ein echter Blickfang“, lobt Bürgermeister Daniel Tybussek bei einer Besichtigung vor Ort mit Fachbereisleiter Till Böttcher, zuständig für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, der von der ersten Kontaktaufnahme an den Prozess eingefädelt und begleitet hat. Tybusseks Fazit: „Ein Gewinn für unsere Stadt.“ Auch Norma Rosemeier ist davon überzeugt: „Das Bauprojekt bedeutet auch frischen Wind für Mühlheim und ist ein positiver Schritt für die Stadtentwicklung.“

Bürgermeister Daniel Tybussek: „Ein Glücksfall für die Stadt“

Nicht nur die kurzen Wege zur S-Bahn hätten für den Standort gesprochen, erläutert Björn Rosemeier. Auch die „menschlich und fachlich gute Zusammenarbeit“ der mit Stadt und dem Kreis Offenbach sei von der ersten Minute an angenehm gewesen. Zudem habe es nun während der Corona-Krise viele Anfragen von Firmen, etwa aus Frankfurt gegeben, die aus der Stadt raus und sich, entsprechend dem Trend Homeoffice, verkleinern wollen. „Ein Glücksfall für die Stadt“, nennt Rathauschef Tybussek den Zuzug von Unternehmen aus anderen Städten.

Die Nachfrage ist da, 85 Prozent des ersten Gebäudes und mehr als 70 Prozent des Mehrzweckgebäudes an der Dieselstraße sind bereits vermietet. Einen Teil nutzen die Rosemeiers für ihre Firma „best müsli“, die vor einigen Wochen schon ins neue Domizil eingezogen ist. Andere Mieter sind dort etwa ein Steuerbüro, ein Beratungsunternehmen für Finanzdienstleistungen, Bauprojektentwickler und eine Werbeagentur. Im zweiten Gebäude mieten sich unter anderem „Purfitness“ und die Mühlheimer Bäckerei „Ferdinand’s“ ein. Die plant neben dem Verkauf von Back- und Konditorwaren auch ein Frühstücks- und Mittagsangebot mit Pizzaöfen und Eisverkauf, informiert Björn Rosemeier. Der Schönheitssalon Medicare zieht von der Bahnhof- an die Lämmerspieler Straße. Auch eine Co-Working-Fläche im Mehrzweckgebäude können sich die Bauherren vorstellen. Das sei aber bislang nur eine Idee, verrät Björn Rosemeier.

Die Grafik zeigt, wie der Gebäudekomplex „Mühlheimer Tor“ an Lämmerspieler- und Dieselstraße aussehen wird.

Aber nicht nur die Lage wird die Mieter überzeugt haben, sondern auch das Konzept mit „grünem Herz“: „Hell, modern sowie ökologisch und zukunftsorientiert“, wirbt Norma Rosemeier. Dazu zählen Barrierefreiheit und bodentiefe Fenster auf allen Etagen, begrünte Dach- und Fassadenflächen, ein begrünter Innenhof, Lebendmoos an den Wänden als Dämmelement und Blickfang, teilweise Terrassen oder Balkone, rund 50 PKW-Stellplätze, vier E-Tankstellen und 37 Fahrradstellplätze. Auch die Energieversorgung des Gebäudes weist in die Zukunft, ein Zusammenspiel zur Versorgung mit Strom, Wärme und Kälte bilden unter anderem ein Blockheizkraftwerk, eine Absorptionskältemaschine und ein 20 000 Liter Erdpufferspeicher. Ebenso ist der Einsatz von Biogas geplant.

Es gebe viele Anfragen von Bürgern, wann es losgeht, hat das Bauherren-Trio bemerkt. Die Mieter ziehen nun sukzessive ein. Angepeilter Eröffnungstermin für das Fitnessstudio sei etwa im November. Komplett fertig soll das Mühlheimer Tor Anfang des kommenden Jahres sein. (Ronny Paul)

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