Irdisches Anpacken  

So geht Frühjahrsputz auf Katholisch - in St. Markus

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Die Mühlheimer Pfarrgruppe wirft den Dreck raus: Mit allem, was Borsten hat, rückten Ehrenamtliche den profanen Mängeln in Gotteshaus und Gemeindezentrum zu Leibe.

Mühlheim - Pfarrgemeinden sind vor irdischen Problemen alles andere als gefeit. Die Mühlheimer Pfarrgruppe hat sich angewöhnt, einen richtigen Trumpf draus zu machen – der Frühjahrsputz in St. Markus und Gemeindezentrum verhilft zum Kennenlernen.

Jemand hat das Fallrohr an der Nordwand des Altarraums geöffnet. Werkzeug liegt zwischen Rechen und Besen auf dem Boden, ein Helfer verrenkt sich beim Blick in die Rinne. Mit der Zeit sammelt sich das Laub in solchen Röhren. Das wissen erfahrene Hausbesitzer und säubern darum regelmäßig den Abfluss, das wissen auch die Hüter des Altstadt-Gotteshauses. Also sind an diesem Samstagmorgen „fleißige Handwerker“ aktiv, um Gebäude, Grün und Glas in neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Auch im Gemeindezentrum.

Der Ruf hatte Wirkung. Rund 90 Helfer haben sich angemeldet, berichtet Sprecherin Claudia Oberbeck freudestrahlend. Das erfordert freilich auch logistische Leistung: Das Organisationsteam aus dem Pfarrgemeinderat hat die Arbeitsbereiche definiert und auf Zetteln notiert, wie viele Hände gebraucht werden. Die Blätter haben die Räte am Morgen auf Bistrotische verteilt, sodass sich Freundeskreise und Kleingruppen eine Aufgabe aussuchen können. Nach einem geistlichen Impuls von Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich klettern erfahrene Reinigungskräfte mit dem Hochdruckreiniger auf eine Leiter über den Eingang, um den gläsernen Empfang von Blattwerk und Schlieren zu befreien. In großer Zahl greifen Firmbewerber im Hof des Zentrums, auf dem Kirchplatz und in den Beeten an der alten Steinmauer zu Rechen und Besen.

„Alles, was die Putzfrau nicht schafft“, kommentiert Oberbeck, nehmen nun die Ehrenamtlichen in Angriff. So muss nach der Fastnacht die Bühne geschrubbt werden, aber auch Theken, Flure und Klos knöpfen sich die Helfer vor. Sie wischen Türen und Lampen und sortieren nicht mehr Benötigtes aus so manchem Schrank.

Bilder vom Fotowettbewerb „Mein Bild von katholischer Kirche“

Das Küster-Ehepaar Angela und Michael Ruhr räumt in der Sakristei auf. Frauen der italienischen Gemeinde schwingen Schrubber, Mobs und Putzeimer, haben Hausmittelchen in bunten Flaschen, Handfeger und Schaufel mitgebracht, wischen die dunklen Fliesen in Apsis, Kirchenschiff und Eingangshallen bereits zum zweiten Mal. Auch die Bänke glänzen nach der fachkundigen Behandlung durch die Damen.

„Die Aktion ist eine gute Gelegenheit, andere Gemeindemitglieder kennenzulernen“, sagt Oberbeck. Und sie zeige, dass die Gemeinschaft nicht nur gute Worte braucht, sondern auch handwerkliche Talente. (m)

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