„Genug daheim gehockt“

Mühlheim: Die ersten Gastronomen öffnen wieder ihre Biergärten

Erstes Bier in der Sonne: Die Riesenslalom-Bronzemedaillen-Gewinnern bei den Special Olympics Winterspielen 2016, Nicole Hofmann (von rechts), genießt mit Mutter Helga, Holger Schwarzweller und Vater Thomas den Pfingstmontag in der Endstation.
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Erstes Bier in der Sonne: Die Riesenslalom-Bronzemedaillen-Gewinnern bei den Special Olympics Winterspielen 2016, Nicole Hofmann (von rechts), genießt mit Mutter Helga, Holger Schwarzweller und Vater Thomas den Pfingstmontag in der Endstation.

Endlich dürfen Gastronomen im Kreis Offenbach wieder öffnen. Und am ersten Tag wurden sie gleich belohnt mit gutem Wetter.

Mühlheim – Das Wetter hat es gut gemeint mit Mühlheims Gastronomen. Statt der angekündigten Regenschauer erfreuten zumindest bis zum Nachmittag Temperaturen knapp über 20 Grad die ersten Biergartenbesucher in diesem Jahr. Die Corona-Inzidenz lag im Kreis Offenbach an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100, sodass die Außengastronomie wieder öffnen durfte.

Nach der langen Durststrecke konnten nun jene Betriebe ein bisschen aufmachen, die eine monatelange Zwangspause überlebt haben. Auch Chris Nakev, einer der Wirte mit Promi-Status, hat wenig Verständnis, dass ausgerechnet seiner Branche trotz aller Hygienekonzepte nichts anderes übrig bleibt, als von staatlichen Hilfen zu leben.

Gastronomie in Mühlheim: Der Abthof ist noch nicht fertig saniert, Gleiches gilt für das Naturfreundehaus

Wann und unter welchen Bedingungen er nun doch wieder einige Gäste in der Endstation bedienen darf, sei ihm nicht mitgeteilt worden. Freunde hatten recherchiert und ihn informiert, dass er ab dem 24. Mai bis auf Weiteres Besucher mit negativem Corona-Test oder dem Impfschutz empfangen darf. „Das mit dem Öffnungstermin war gar nicht so klar“, gibt Sascha Trageser zu bedenken. Der Steuerberater ist Schatzmeister der Gemeinschaft Mühlheimer Fachgeschäfte (GMF) und mit seinen Eltern einer der ersten an der Endstation.

„Die Inzidenz muss fünf Werktage unter 100 liegen“, zitiert er das Gesetz. Zwei Tage später könne die Gastronomie dann im Freien starten. Aber zählt der Samstag auch als Werktag? Muss die überbrückte Zeit auch ein Arbeitstag sein? Beim Café Stern im DRK-Seniorenheim waren sie sich nicht sicher und beließen es gestern beim Abholen und Liefern. Der Abthof ist noch nicht fertig saniert, Gleiches gilt für das Naturfreundehaus. Am Maienschein wollen die neuen Wirtsleute um Fronleichnam neu starten (wir berichteten).

Mühlheim bei Offenbach: Gastronomen haben sich schnell vorbereitet

Zurück zu Wirt Chris am Sportzentrum. Er hat noch rasch frischen Spargel für die Speisekarte geordert, der nun die Wiener Schnitzel auf dem Teller gegenüber begleitet. Dort hat sich die Familie Hofmann niedergelassen, Thomas und Helga mit Tochter Nicole und Holger Schwarzweller. Sie sind nicht fremd, haben regelmäßig mit dem Wohnmobil auf dem ersten Platz geparkt und sich die Spezialitäten des Hauses in den Wagen servieren lassen.

„Wir haben die Abende in der untergehenden Sonne immer genossen“, erzählt der Trainer des Budoclubs in der Sporthalle. Schließlich hat er seiner Stammkneipe das Helle fässerweise abgekauft, das sich im Lockdown dem Mindeshaltbarkeitsdatum näherte. „Jetzt gibt’s nur noch Pils“, hebt er das schaumgekrönte Blonde und lacht. „Aber im Biergarten schmeckt es einfach besser!“

Gastronomen in Mühlheim bei Offenbach: „Jetzt haben wir genug daheim gehockt“

Das finden auch Helga und Gerd Trageser, die sich vom Gasthaus an der Anton-Dey-Straße mehrmals in der Woche beliefern ließen. „Aber jetzt haben wir genug daheim gehockt“, hat die einstige Sekretärin der Musikschule entschieden. Sie haben bereits mit App und gelben Pässen im Darmstädter Brauhaus die neue Freiheit geschnuppert. Eine Freundin habe gar angekündigt, zwei Wochen lang jeden Tag essen zu gehen, wenn die Restaurants wieder öffnen dürfen, gibt die Markwälderin weiter.

Am Forsthaus im Markwald trudeln zaghaft die ersten Radler ein. Servicekräfte weisen den Ausflüglern Plätze zu. Zwischen den Weihnachtsmarkt-Häuschen vorm Tresor II haben sich schon einige Fastnachter versammelt. Die Sonnenterrasse vor der TSV-Turnhalle zählt zu den gefragten Lämmerspieler Treffpunkten. (Michael Prochnow)

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