„Weiß, was ich geleistet habe“

Mühlheim - Seit Tagen hält sich das Gerücht in der Mühlenstadt hartnäckig, hat sich immer mehr zum Ortsgespräch entwickelt. Von Heiko Wiegand

Vereinsvertreter machen sich Sorgen, haben bereits in der Verwaltung und bei uns in der Redaktion angerufen. Ist was dran an der Geschichte, dass der im Januar gewählte Bürgermeister in spe, Daniel Tybussek, nach seinem Amtsantritt am 1. Juli Klaus Schäfer absetzt? Dem Fachbereichsleiter Sport und Kultur, seit drei Jahrzehnten guter Geist in der Verwaltung und direkter Ansprechpartner für mehr als 150 Vereine, soll, so wird immer wieder behauptet, von Tybussek durch eine Verwaltungskraft aus seinem Fachbereich ersetzt werden.

Und selbst das Motiv für Tybusseks Handeln wird von dieser mannigfaltig kolportierten Story gleich mitgeliefert: Schäfer soll als bekennendes SPD-Mitglied in den vergangenen Jahren allzu eng mit dem CDU-Rathauschef Bernd Müller zusammen gearbeitet haben.

Ist da was dran? Oder sind’s nur böse Zungen, die solcherlei Nachrichten weiter verbreiten, um dem jüngst gewählten 33-jährigen SPD-Politiker bewusst zu schaden? Und vor allem: Wo liegt die Quelle für diese Geschichte?

Angestellter kann gar nicht „entfernt“ werden

Auch Erster Stadtrat Heinz Hölzel kennt die Behauptungen, sagte dazu am Montagabend auf Anfrage: „Wenn ich sehe, welche Mittel die Genossen beim Bürgermeisterwahlkampf eingesetzt haben, passt diese Story voll ins Bild.“ Wer plakatiert habe, dass der Bereich hinter dem Lämmerspieler Feuerwehrhaus nicht bebaut werden dürfe und genau wisse, dass dies niemals geplant gewesen und darüber hinaus sogar verboten sei, „der handelt unehrlich. Mit so etwas macht man die Leute verrückt“, so Hölzel. Zudem könne Schäfer so ohne weiteres gar nicht aus seiner Stellung entfernt werden. „Das gilt auch für Herrn Tybussek!“ Klaus Schäfer machte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung kein Geheimnis draus, „dass ich schon überrascht und geschockt war, als mir diese Gerüchte zu Ohren gekommen sind“.

Der Fachbereichsleiter ist mit sich und seiner Arbeitsleistung derweil im Reinen: „Ich weiß, was ich hier in drei Jahrzehnten für die Vereine geleistet habe.“ Und dass man als Verwaltungsmann mit dem Bürgermeister zusammen arbeite, sei überhaupt keine Frage - „ganz unabhängig von persönlichen parteipolitischen Präferenzen“, so Schäfer im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Ich arbeite mit der Mannschaft, die ich vorfinde.“

„Ich wäre ein schlechter Verwaltungsmitarbeiter, wenn ich diese beiden Dinge nicht klar voneinander trennen könnte“, stellte er klar. Am Montag habe dann ein Telefongespräch zwischen Schäfer und Daniel Tybussek stattgefunden, der die Sache klargestellt habe. „Ich habe keinen Grund, ihm nicht zu glauben, wenn er sagt, ich bleibe“, so Schäfer.

Tybussek selbst betonte gestern noch einmal, was er bereits kurz nach der Wahl gesagt hat: „Ich arbeite mit der Mannschaft, die ich am 1. Juli vorfinde.“ Derlei Gerüchte zu streuen, an denen nichts dran sei, „ist moralisch verwerflich. Ich denke, die Sache ist damit aus der Welt.“

Rubriklistenbild: © Archiv: Michael

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