Gesundheitsfördernde Übungen

TG Lämmerspiel bietet wieder Rehasport unter Hygieneauflagen an

Mit Maske und Abstand: Rehasport der TG Lämmerspiel an der Fritz-Erler-Straße.
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Mit Maske und Abstand: Rehasport der TG Lämmerspiel an der Fritz-Erler-Straße.

„Daddy Cool“ erklingt in der Halle. Auf dem Parkett stehen Frauen und Männer in eigens abgeklebten Feldern. Sie lassen zum Takt der Hits aus den 1970ern die Arme über den Kopf wippen oder trippeln auf der Stelle.

Mühlheim –Immerhin, Reha-Gruppen wie die der Turngemeinde Lämmerspiel (TGL) dürfen trainieren, erklärt Brigitte Habermann. „Es war erlaubt, aber wir haben uns in November und Dezember schwergetan“, schildert die Leiterin für Reha und Turnen im Verein an der Fritz-Erler-Straße. „Andere Gruppen dürfen sich nicht treffen, obwohl viele bei ihren Aktivitäten auch Abstand wahren können.“

Drei lizenzierte Reha-Trainer kümmern sich um zehn feste Gruppen

Die gesundheitsfördernden Übungen seien gerade bei Älteren sehr wichtig. Hinzu komme, dass für viele Senioren durch die Corona-Maßnahmen soziale Kontakte ganz weggebrochen seien, gibt die Sprecherin zu bedenken. In Hygieneplänen haben sich die Verantwortlichen bereits im vergangenen Sommer geübt: Stühle stehen im Gang, damit Sportler warten können, während die Mitglieder der vorherigen Gruppe den Saal durch den Bühnenausgang verlassen. In der Pause werden die Räume gelüftet, die benutzten Hocker und Matten desinfiziert. Jeder Aktive muss sein eigenes Handtuch mitbringen und darf sein markiertes Feld nicht verlassen.

Die TGL beschäftigt drei lizenzierte Reha-Trainer, die derzeit insgesamt zehn feste Gruppen mit je maximal 15 Personen führen. „Jetzt sind es eher zehn“, überschlägt die Abteilungsleiterin. „Sie müssen sich für jeden einzelnen Besuch anmelden oder 24 Stunden vorher abmelden.“ Schwerpunkt der Rehabilitation sei die Orthopädie, „aber jetzt haben wir auch ein Angebot für Patienten mit Atemwegs- und Lungenproblemen“.

50 Einheiten in 18 Monaten werden von der Krankenkasse unterstützt

Die Teilnehmer brauchen eine Verordnung von Haus- oder Facharzt oder von einer Reha-Klinik, die Kurse laufen in Verbindung mit dem Hessischen Behinderten- und -Rehabilitationssportverband (HBRS) und den Krankenkassen, lehrt die Sprecherin. Derzeit benutzen sie nur kleine Geräte, die sie von zu Hause mitbringen und mit der „Anleitung zur Selbsthilfe“ auch dort benutzen können. „Wir haben den Leuten viele Fitnessbänder mitgegeben, sie üben mit Tennisbällen, 0,5-Liter-Flaschen als Hanteln und Luftballons, um Atemtechniken zu stärken“, so Habermann. „Sonst müssten wir alles dauernd desinfizieren.“

50 Einheiten in 18 Monaten werden von der Krankenkasse unterstützt, lautet die Regel, also ein oder zwei Treffen pro Woche. „Vor Corona kamen 120, 130 Erkrankte zwischen 28 und 85 Jahren“, sagt die Turnerin, jetzt seien es einige weniger. „Die ältesten waren die ersten, die wieder da waren.“

Die Angehörigen der „Hockergruppe“ seien auf den Rollator angewiesen, sie erhielten Knie-, Hüft- und vor allem Wirbelsäulenbehandlungen wegen chronischer Rückenschmerzen.

Die TGL bietet mit der TSV Lämmerspiel Wirbelsäulengymnastik auch für Jüngere an – derzeit allerdings nur online. Nur wenige fordern wegen der Einschränkungen ihre Beiträge zurück. „Das geht aber nicht“, sagt Habermann: „Ein Mitglied ist ein Teil eines Vereins, seine Zahlungen sind nicht gebunden an Leistung. Bei einer Rückerstattung könnten wir die Gemeinnützigkeit verlieren.“ (Michael Prochnow)

Infos: 06108 66518, tgl-1905.de

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