Neue Halle der Sport-Union

Ein gigantisches Puzzle

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Mühlheim - Schonmal ein Haus gebaut, wo es gar nicht hin soll? Die Sport-Union Mühlheim auch nicht. Bald wird sich das allerdings geändert haben. Spätestens im Herbst will die SUM ihre gar nicht mal so kleine neue Kleine Halle nutzen.

Schwer zu glauben, weil auf dem Vereinsgelände an der Spessartstraße trotz des Baustarts mit Ministerbesuch und Häppchen vor einem Vierteljahr bis heute kaum etwas vom seit langem ersehnten Domizil zu erkennen ist. Die Bodenplatte ist fertig, nach oben aber herrscht verstörende Leere. Horst Lehr, den stellvertretenden Vorsitzenden der SUM, beunruhigt sowas kein bisschen. Denn die Mühlheimer Immobilie wird in Büdingen gebaut.

Sowas nennt sich Holzständer-Bauweise. Eine spezialisierte Firma zimmert die Einzelteile der Halle in der hessischen Provinz zusammen, verlädt dann alles auf Tieflader, transportiert es nach Mühlheim und setzt dort das gigantische Puzzle mit Hilfe eines Autokrans zusammen. Ähnlich wie bei den Aufklapp-Fertighäusern, die in den Achtzigern zum Höhenflug ansetzten, aber eben aus Holz. Der Aufbau vor Ort wird nur rund zwei Wochen dauern, vielleicht geht’s etwas schneller. Dann Türen rein und Fenster, schließlich der Innenausbau.

Meteorologisches Fragezeichen

Das einzige Fragezeichen wird wohl ein meteorologisches. Transport und Platzierung der Einzelteile, sagt Lehr, funktionieren nur bei Trockenheit. „Regen wäre das Schlimmste“. Gefragt sei also eine stabile Wetterlage, der Transport könne eventuell schon im Februar in Angriff genommen werden. Für Ende Januar habe der Vereinsvorstand einen Ausflug mit dem Architekten nach Büdingen geplant, um das künftige Domizil des größten Vereins in der Stadt schonmal im Geiste zusammenzusetzen.

Die bisherige Kleine Halle bleibt stehen, bis die unmittelbar benachbarte neue fertig ist. Dann falle sie, um Parkplätze zu schaffen. Der Abriss wird in manchem zwar Nostalgie hochspülen, gegen die auch Lehr nicht immun ist. „Ich war ein kleiner Turnerbub, da war ich schon in dieser Halle“, erinnert er sich. Doch das alte Gemäuer ist völlig marode, energetisch unhaltbar und mit 120 Quadratmetern auch viel zu klein für die Sport-Union. Die Nachfolgerin ist mit rund 880.000 Euro angesetzt. Lehr ist optimistisch, dass es dabei bleibt. Die Pläne sehen ein Geschoss mit sechs Trainings- und Übungsräumen, Klos und Umkleidebereich, Lager und Haustechnik auf 400 Quadratmetern Bruttogeschossfläche mit 2000 Kubikmetern umbautem Raum vor. Obendrauf sitzt ein leicht geneigtes, 35 mal 12 Meter großes Dach.

mcr

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