Gleich zweite Sprache mitwählen

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Experimente mit Tierknochen demonstrierten die Jüngsten beim „Tag der offenen Tür“ im Friedrich-Ebert-Gymnasium

Mühlheim ‐ Es ist noch nicht lange her, da entschieden Eltern nach dem „guten Ruf“, den eine Schule genoss, welcher sie ihren Nachwuchs anvertrauten. Oder nach dem Geldbeutel, denn zumindest die privaten Institute verlangen monatlich Beiträge. Von Michael Prochnow

Mittlerweile haben die öffentlichen Einrichtungen ihr Profil geschärft, heben sich mit individuellen Schwerpunkten ab. Bei einem „Tag der offenen Tür“ informierte das Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) unlängst künftige Fünftklässler und ihre Eltern über seine Angebote. Mit gerade 800 Schülern ist das FEG das kleinste reine Gymnasium im Kreis Offenbach. Es kann darum mit einer familiären Atmosphäre werben. Heike Brauer-Deuse von der Schulleitung schätzt die „soziale Kontrolle“, man kenne fast alle Pennäler - zumindest vom Sehen. Mobbing und Gewalt beschäftigten hier praktisch keine Lehrerkonferenz.

Trotz der geringeren Jahrgangsbreite können die Absolventen in der Oberstufe in allen wichtigen Fächern Abiturprüfungen ablegen, auch in Spanisch, Sport, Geographie, Informatik, Kunst und sogar in Philosophie. In Musik kooperiert das FEG mit der Offenbacher Marienschule. Rund 120 Anmeldungen erwartet das Gymnasium auch fürs nächste Schuljahr für die vier Eingangsklassen.

Kunst und Mathematik müssen keinen Gegensatz darstellen, bewiesen diese Schüler. Im Februar findet an der Schule ein weiterer Informationsabend statt.

Bewerber müssen bei der Anmeldung auch die zweite Fremdsprache wählen, die im G8-System ab Klasse 6 unterrichtet wird. So wird gewährleistet, dass die neuen Klassenverbände in der Mittelstufe zusammen bleiben. Etwa zwei Drittel machen mit Französisch weiter, ein Drittel mit Latein. Neben zwei reinen Französisch-Klassen wird eine gemischte gebildet.

Das sind die Themen, die auch Eltern unter den Nägeln brennen. Freunde oder kleine Kreise der Viertklässlern können zusammen bleiben. Große Gruppen aus einer Grundschulklasse aber werden aus pädagogischen Gründen nicht komplett übernommen. Direktor Jürgen Hegener sprach auch mit vielen Eltern aus Hanau und aus den östlichen Stadtteilen Offenbachs, die großes Interesse zeigten.

Aus Obertshausen kamen viele Anfragen wegen des Angebots von Latein als zweiter Fremdsprache. Eltern, „deren Sprösslinge fit durch die gesamte Grundschule gekommen sind“, bevorzugen öfter die achtjährige Gymnasial-Ausbildung, stellte Reinhard Badzura, Mitglied der Schulleitung, fest. Auf der anderen Seite würden schon zwischen 15 und 20 Prozent der Mädchen und Jungen ohne eine Empfehlung der abgebenden Schule aufs Gymnasium geschickt. Manche Eltern unterschätzten die Anforderungen im G8-System, so Badzura. Er empfahl, sich auf die Einstufungen der Kollegen in den vierten Klassen zu verlassen, Studienrätin Bettina Dey pflege die Kooperationen mit den Grundschulen.

Von Englisch-Förderung bis Kunstwerkstatt

Montags bis donnerstags haben die 5. und 6. Klassen am FEG ihre Mittagspause schon nach der fünften Stunde. An zwei Tagen beginne dann der vorgezogene Nachmittagsunterricht, der um 14.20 Uhr ende. So bleibe noch Freizeit für die Jüngsten und die Mittagessen-Ausgabe werde entlastet. An den anderen beiden Tagen könnten die Fünftklässler eine pädagogischen Mittagsbetreuung (PäM) nutzen.

Für sie gibt‘s eine Englisch-Förderung, eine Kunstwerkstatt, ein Training „dem Gedächtnis auf der Spur“, Tennis und Fußball und einen „Computer-Führerschein“. Diese Kurse werden von schulexternen Fachleuten geführt. Dazu eröffnen sich den Kindern AGs wie Chor, Orchester und Schulgarten. Viele Besucher lobten die üppige Ausstattung mit PCs und Internet und die lichten Räume. Klassen, Fachbereiche und AGs demonstrierten naturwissenschaftliche Experimente sowie Spiele in Fremdsprachen, Ergebnisse aus dem Kunstunterricht und Übungen in der Turnhalle. Der Förderverein gab Kaffee und Kuchen gegen eine Spende aus.

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