Grenzen nicht so streng ziehen

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Abstimmung im Team (v.l.): Petra Berger, Petra Mann und Pfarrer Ralf Grombacher.

Mühlheim - „Die Bezirksgrenzen sind im Kopf der Jugendlichen nicht vorhanden“, sagt Gemeindepädagogin Petra Berger und ergänzt: „Darum macht es Sinn, sie auch in den Kirchengemeinden nicht so streng zu ziehen. “ Von Cora Werwitzke

Die Rede ist von der Kinder- und Jugendarbeit in der Mühlheimer Friedensgemeinde und der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Unabhängig von der Zugehörigkeit zum einen oder anderen Kirchenbezirk sollen Jugendlichen in Zukunft mehr gemeinsame Angebote präsentiert werden. Erklärtes Ziel der evangelischen Nachbargemeinden ist es, die Zusammenarbeit im Jugendbereich zu fördern.

Wesentlich erleichtert wird dieses Vorhaben seit März durch eine neue Aufgabenverteilung innerhalb der Gemeinden: Anstatt sich als Gemeindepädagoginnen jeweils nur um einen Standort zu kümmern, teilen sich Petra Mann und Petra Berger inzwischen die pädagogische Arbeit in der Friedens- und der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. „Jobrotation“ nennen das die beiden Halbtagskräfte scherzhaft. Der große Vorteil sei, dass beide Pädagoginnen Einblicke in die jeweilige Arbeit vor Ort hätten, erklärt Ralf Grombacher, Pfarrer in der Mühlheimer Friedensgemeinde. „So ist die Verknüpfung von Angeboten auf einem ganz anderen Niveau möglich. Davon profitieren vor allem unsere Konfirmanden.“

Projekt für Menschen in der zweiten Lebenshälfte

Die Kinderbibelwoche und der Ökumenische Kreuzweg der Jugend sind die nächsten Projekte, die die beiden Gemeindepädagoginnen teils in Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Lucia stemmen werden. Bei Jugendarbeit hört das Aufgabenfeld der beiden Frauen jedoch nicht auf: „Das Schöne an unserem Beruf ist, dass man mit sämtlichen Generationen zu tun hat“, bemerkt Petra Berger. Noch in diesem Jahr will die „Neue“ in der Friedensgemeinde ein Projekt für Menschen in der zweiten Lebenshälfte starten. Die „alte“ Pädagogin in der Friedensgemeinde kann dort derweil erste Früchte ihrer kontinuierlichen Jugendarbeit ernten: „Demnächst haben neun unserer Jugendlichen die Jugendleiterausbildung des Dekanats in der Tasche“, erzählt Petra Mann stolz. Das seien die Ersten seit vielen Jahren, fügt Pfarrer Grombacher hinzu und bemerkt: „In letzter Zeit haben wir viel Zeit in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesteckt.“

Am Horizont sieht der Pfarrer jedoch Herausforderungen auf die Kirchengemeinden zukommen: „Den demografischen Wandel werden wir in Zukunft spüren - schon jetzt gibt es in unserem Bezirk weniger Kinder.“ Zudem mache sich zunehmend die „Konkurrenz“ der Ganztagsschulen bemerkbar. „Gerade Jugendliche zwischen 14 und 16 haben schlicht ein Zeitproblem. Kirche kann für sie eigentlich maximal ein Termin von vielen sein.“ Verzagen brauche man deshalb allerdings nicht, sind sich die Gemeindepädagoginnen und der Pfarrer einig: „Im Hier und Jetzt gibt es erstmal jede Menge zu tun.“ Und diese Aufgaben packe man als Team fortan gemeinsam an.

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