Verletzte nach Brand in Mehrfamilienhaus

Großeinsatz in der Nacht

Großeinsatz in der Nacht: Flammen schlagen aus dem Fenster einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Lämmerspieler Straße. Die Feuerwehren benötigen etwa eine Stunde, um den Brand zu löschen.
+
Großeinsatz in der Nacht: Flammen schlagen aus dem Fenster einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Lämmerspieler Straße. Die Feuerwehren benötigen etwa eine Stunde, um den Brand zu löschen.

Eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Lämmerspieler Straße 60 ist in der Nacht auf Mittwoch komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr musste das Haus und das Nebengebäude evakuieren. Mehrere Menschen wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht, darunter auch zwei junge Feuerwehrmänner. Ausgelöst hat den Brand nach ersten Erkenntnissen wohl Fahrlässigkeit.

Mühlheim – Polizei und Feuerwehr werden am Mittwoch gegen 2.40 Uhr alarmiert, das Stichwort: Feuer, bei dem Menschenleben in Gefahr sind. Stadtbrandinspektor Lars Kindermann, der zeitgleich mit der Polizei eintrifft, berichtet: „Es waren schon Flammen erkennbar – dann ging es rasend schnell.“ Innerhalb von wenigen Minuten steht eine der acht Wohnungen in dem Haus in Vollbrand. Das in der Wohnung lebende junge Paar rettet sich laut Kindermann übers Treppenhaus ins Freie, muss aber auch mit Rauchvergiftung in Krankenhaus gebracht werden.

Der erste Trupp der Feuerwehr findet im Treppenhaus eine ältere Frau regungslos vor. Sie wird von Brandschützern über die Drehleiter nach außen gebracht und kommt anschließend wegen Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus. Insgesamt werden fünf Menschen vorsorglich in eine Klinik gebracht.

Zwei Gehbehinderte aus dem Mehrfamilienhaus bekommen ebenfalls Hilfe von den Ehrenamtlern, eine Person wird über die Drehleiter nach außen gebracht, die andere getragen. Auch Haustiere werden nicht im Stich gelassen: Vier Katzen und einen Hund bringen die Wehren ebenfalls vor dem giftigen Qualm in Sicherheit.

Die Feuerwehr benötigt rund eine Stunde, um die Flammen in der Wohnung von innen und von außen mittels einer Drehleiter zu löschen. Umso schwieriger macht das Unterfangen dicker schwarzer Rauch im Treppenhaus, da das Paar beim Verlassen der Wohnung die Tür nicht geschlossen hat. „Es müssen in der Wohnung unterschiedliche Materialien gebrannt haben“, meint der Stadtbrandinspektor. Die Wohnung ist komplett ausgebrannt. Letztendlich können die Brandschützer einen Feuerüberschlag auf andere Wohnungen verhindern. Der Einsatz endet gegen 7.45 Uhr.

Bei dem nächtlichen Einsatz verbrüht sich ein 22 Jahre alter Feuerwehrmann, ein 20-jähriger Kollege erleidet ein Knalltrauma, vermutlich nach einer Explosion einer nahstehenden Deoflasche, spekuliert Kindermann. Die beiden werden gestern Morgen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. „Es ist glimpflich ausgegangen“, sagt der Stadtbrandinspektor. Bei einem Mehrfamilienhaus bestehe immer erhöhte Gefahr, da mehrere Menschen auf engem Raum leben. Man müsse schnell evakuieren.

Das Feuer soll im Wohnzimmer der Wohnung ausgebrochen sein. Angeblich sei eine Kerze runtergebrannt. Eine genaue Branduntersuchung steht noch aus. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen mutmaßlich fahrlässiger Verursachung. Die Schadenhöhe wird auf mindestens 60.000 Euro geschätzt.

Neben den drei Feuerwehren aus Mühlheim sind deren Kollegen aus Obertshausen und Rodgau sowie der Betreuungsbus der Rödermarker Wehr ebenso im Einsatz wie drei Rettungswagen und zwei Notärzte. Dazu unterstützt die DLRG. Es gilt, etwa 30 Menschen mitten in der Nacht zu betreuen. Man habe auch das Nebenhaus räumen müssen, informiert Kindermann, „um sicherzugehen, dass bei einem möglichen Brandüberschlag keiner gefährdet wird“. (Von Ronny Paul)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare