Auf rund 16 Kilometern sind Natur und Geschichte erlebbar

Kulturweg: Dem grünen N mit rotem Pfeil folgen

+
Orientierungshilfen: Die Schilder mit grünem „N“ und rotem Pfeil zeigen die Laufrichtung an.

Auf bekannten Wegen Unbekanntes entdecken: Dazu animiert der Mühlheimer Kulturweg seit 2012. Damals weihten die örtlichen Naturfreunde zu ihrem 90-jährigen Bestehen ein Teilstück des Kulturweges zwischen Hanau und Offenbach ein.

Mühlheim – Der Kulturweg sollte die in Hessen stehenden Naturfreunde-Häuser miteinander verknüpfen. Da aber die Hanauer und die Offenbacher Naturfreunde mit ihrer Planung noch nicht fertig waren, machten die Mühlheimer kurzerhand einen Rundweg daraus, erinnert sich Gerd Katzmann von den örtlichen Naturfreunden.

So gibt es in der Mühlenstadt zwei Schleifen. Ein Einstieg ist zwar an jeder Stelle möglich, weil keiner Chronologie zu folgen ist. Empfehlenswert ist aber, den Kulturweg an einer der beiden Nahtstellen zwischen seinem historisch und wirtschaftlich orientierten Teil und seiner südlichen, naturkundlichen Schleife zu beginnen, also entweder am Grillplatz an den Steinbrüchen oder direkt am Naturfreundehaus am Maienschein. An beiden Punkten gibt es ausreichend Parkplätze.

Blick auf die Karte: Gerd Katzmann möchte den Kulturweg wieder ins Gedächtnis der Mühlheimer bringen.

Doch ein Kulturweg will auch gepflegt sein, zumindest was die Orientierungshilfen betrifft. Dafür fährt Katzmann mehrmals im Jahr die rund 16 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad ab und schaut nach dem Rechten. Etwa, ob alle Wegweiser noch an ihrem Platz hängen und nicht Vandalismus zum Opfer gefallen sind, was immer mal wieder vorkommt, berichtet Katzmann. „Viele werden immer wieder überklebt, eine Unverschämtheit“, findet Katzmann. Mit Aluminiumnägeln, die Bäumen nicht schaden, und Hammer ausgerüstet, bringt Katzmann dann neue Schilder an.

Der 77-Jährige möchte den Kulturweg, der nicht nur an der Brückenmühle und den Streuobstwiesen am Gailenberg – dort, wo sich der Mühlheimer und der Lämmerspieler Kulturweg kreuzen – vorbeiführt, in Erinnerung bringen: „Viele wissen gar nicht, was das grüne ,N’ mit dem roten Pfeil bedeutet.“ Es sei ihm schon mehrmals passiert, dass er Menschen vom Kulturweg erzählt habe, die diesen aber nicht kannten. „Mittlerweile ist der Kulturweg in Vergessenheit geraten“, befürchtet Katzmann.

Vor Vandalismus nicht gefeit: Immer wieder müssen die Naturfreunde neue Schilder anbringen.

Wer sich auf den Kulturweg begibt, kommt an politisch, geschichtlich und wirtschaftlich interessanten Punkte Mühlheims vorbei. Der nördliche Weg streift die Dietesheimer und Mühlheimer Wirtschaftsgeschichte. Vom Parkplatz im Naherholungsgebiet geht’s unter der S-Bahnlinie hindurch bis zum Main und von dort bis zur Rodau-Mündung, dann durch die Mühlheimer Altstadt bis hin zum Naturfreundehaus am Maienschein. Der südliche Weg führt überwiegend durch den Stadtwald und trifft am Naturfreundehaus auf den industriegeschichtlichen Weg.

Katzmann kann sich vorstellen, dass Wanderführer Touren auf dem Kulturweg anbieten. „Das würde ich gerne regelmäßig machen“, sagt er. Und die Wanderführer müssten auch nicht zwangsläufig Mitglieder bei den Naturfreunden werden, obwohl sich diese natürlich über neue Gesichter freuen würden.

Gute Nachrichten gibt es außerdem was einen Pächter für das Vereinshaus angeht. Der legt zwar erst im Juni so richtig los, allerdings können sich die Besucher des Vatertags-Festes am morgigen Donnerstag schon einmal auf eine Kostprobe freuen. Dann nämlich wird sich der Pächter Angelo Köppler vorstellen, Beginn ist um 11 Uhr.

Einen weiteren Plan konnten die Naturfreunde ebenfalls schon in die Tat umsetzen. Am Hauptquartier gibt nun eine Infotafel mit einer Übersichtskarte und einem QR-Code. Die genaue Beschreibung des Kulturweges mit Karte gibt’s auf naturfreunde-muehlheim.de.

VON RONNY PAUL

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare