Hauptschulzweig soll bleiben

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Beim Informationstag der Friedrich-Ebert-Haupt- und Realschule durften alle Viertklässler am Schnupperunterricht teilnehmen. Dem zehnjährigen Simon aus Mühlheim gefielen die chemischen Experimente besonders gut.

Mühlheim ‐ Normalerweise werden die Klassenräume der Friedrich-Ebert-Haupt- und Realschule von Kindern und Jugendlichen bevölkert. Von Simon Broll

Am Wochenende waren es jedoch vorwiegend Erwachsene, die sich in Gruppen ihren Weg quer durch die Einrichtung an der Mühlheimer Heinestraße bahnten, um einen kritischen Blick in die Unterrichtsräume zu werfen. Grund für den Personenaufmarsch war der Informationstag der Schule, an dem Eltern von Viertklässlern die potentielle zukünftige Lehrstätte ihrer Kinder kennen lernen durften.

Mehr als 70 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil, darunter auch Familien aus Obertshausen und Offenbach. Für Christoph Müller war dies „ein guter Durchschnitt“ im Vergleich zu den Vorjahren. Doch der Schulleiter wusste aus Erfahrung: „Am Ende werden immer mehr Kinder angemeldet, als Leute zum Informationstag kommen.“

Vor allem bei Viertklässlern, deren Geschwister die Schule besuchten, blieben die Mütter und Väter der Aktion fern – schließlich seien sie bereits mit der Einrichtung vertraut.

Wichtige Projekte wurden ins Leben gerufen

Alle anderen Erziehungsberechtigten konnten dieses Versäumnis nun nachholen und ihre Fragen mit den Lehrern bei einem Rundgang durch die Schule besprechen. Dabei kamen auch die aktuellen bildungspolitischen Pläne der hessischen Landesregierung zur Sprache. „Die Mittelstufenschule ist für uns noch kein Thema“, konnte Rektor Müller die Eltern beruhigen. „Wir haben einen gut funktionierenden Hauptschulzweig, der auch in Zukunft bestehen bleiben soll.“

Insgesamt 682 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Friedrich-Ebert-Schule. Neben dem normalen Lehrinhalt erhalten sie auch eine intensive berufliche Vorbereitung, wie Konrektorin Ingrid Schairer betonte. Vor allem im Hauptschulzweig seien mit dem Praxistag, den Betriebspraktiken sowie einer Berufseinstiegsbegleitung wichtige Projekte ins Leben gerufen worden, um die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz zu steigern. „Es regt mich auf, wenn ich immer häufiger hören muss, dass Hauptschüler keine Zukunftsperspektiven haben“, meinte Schairer. „Unsere Mädchen und Jungen sind der beste Beweis dafür, dass solch eine Behauptung nicht stimmt.“

Dies bezeugten auch die aktuellen Zahlen: Mit einer Ausbildungsplatzgarantie von 40 Prozent aller Hauptschulabgänger des vergangenen Jahres sei die Friedrich-Ebert-Schule nämlich doppelt so gut wie der Hessendurchschnitt. „Ein Erfolg, den wir in Zukunft noch weiter ausbauen wollen“, gab sich Christoph Müller zuversichtlich.

Naturwissenschaften besonders beliebt

Während die Eltern in Diskussionen mit den Lehrkräften vertieft waren, konnten die Schüler an diversen Workshops teilnehmen. Nach einer Führung durch die Einrichtung, bei dem unter anderem die Lehrküche und die Bibliothek unter die Lupe genommen wurden, luden einzelne Fächer wie Mathematik, Geschichte sowie Informatik zum „Schnupperunterricht“ ein. In den Musikräumen wurden Rasseln gebastelt, in der Turnhalle war ein sieben Stationen umfassender Parcours aufgebaut.

Besonders beliebt waren die Naturwissenschaften, bei denen Mikroskopieren und chemische Versuche auf dem Programm standen. „Es ist einer meiner schönsten Tage im Jahr“, gestand denn auch Chemielehrerin Dorit Feldmann. „Wenn man den Enthusiasmus miterlebt, den die Viertklässler hier mitbringen, dann möchte man um nichts in der Welt tauschen.“ Die Lehrerin hofft nun, möglichst viele der jungen Experimentierfreunde bald als Fünftklässler an der Schule willkommen heißen zu können.

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