Blasorchester der Sport-Union bringt drei Formationen auf die Bühne

Heitere Töne beim Frühjahrskonzert der SUM 

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Der Klang ist besonders. Nicht oft sitzen in einem Amateurblasorchester so viele gute Instrumentalisten wie bei der Sport-Union.

Mühlheim - Über Nachwuchsmangel braucht sich das Blasorchester der Sport-Union nicht zu beklagen. Der Verein kann beim Frühjahrskonzert gleich drei Formationen auf die Bühne der Willy-Brandt-Halle setzen. Mit 300 Besuchern war die Hütte zudem voll wie immer. Von Stefan Mangold 

Moderator Thilo Schäfer erzählt von der Geschichte des Blasorchesters, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Klangkörper von heute gründete sich 1949. „In knapp 70 Jahren hatten wir nur drei Dirigenten“, addiert Schäfer. Sven Greifenstein, mit 49 Jahren wahrlich noch kein alter Mann, steht nun auch schon wieder seit 22 Jahren am Pult. Mehr Kontinuität geht kaum.

Klanglich steht ein Blasorchester für einen diffizilen Apparat. Das scharfe Blech mischt sich nicht von selbst mit Flöte oder Oboe, noch nicht mal mit dem Horn. Ein Orchester, das mehrheitlich aus Leuten besteht, die das Instrument lediglich zu den Proben aus dem Kasten packen, kann nur schräge Töne produzieren. Die drei Dirigenten des Schüler-, Jugend- und Hauptorchesters haben aber offensichtlich den Dreh raus, ihre Leute zum Üben zu motivieren.

Klar klingt das Schülerorchester unter Lukas Wempe noch nicht wie die Erwachsenen. Es braucht viel Geduld, um ein Instrument zu beherrschen. Und an der Klarinette gewinnen auch Spitzenprofis nicht jeden Kampf mit der Intonation zu Null. Das Schülerorchester musiziert sich aber problemlos durch Filmmusiken wie „Star Wars“ in mit Bedacht gewählten Tempi. Zum Finale mit den Zugaben „Despacito“ und „Stars and Stripes“ treten die ganz jungen Musiker noch einmal mit allen zusammen auf.

Auf der nächsten Stufe spielt das Jugendorchester unter Holger Sondergeld. Ohne gute Instrumentalisten ließe sich ein Stück wie „Great Locomotive Chase“ eher minder genussvoll hören. Bei den Mühlheimern werfen sich jedoch die Solisten der Flöten- und Klarinettengruppe, der Oboe und den Hörnern geschmeidig die Melodiebögen zu. Positiv fallen auch die Tuben auf. Auf deren Fundament kann das Jugendorchester aufbauen. Die Taktwechsel von vier auf drei und wieder zurück funktionieren reibungslos. Sondergeld schlägt präzise, ohne dass seine Bewegungen abgehackt wirken, wie es Militärkapellmeister gerne zelebrieren.

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In „Voyage To The End Of The Earth“ produzieren die Klarinetten einen besonderen Effekt, indem sie während einer elegischen Passage nur durchs Mundstück blasen, als tauchten aggressive Vogelschwärme auf.

Wenn Filmmusik heitere Momente von der Sorte „Heidi hüpft mit Peter über die Alm“ vermitteln soll, dann trillern die Klarinetten, wie zu Beginn der „Alpina Saga“ vom großen Orchester unter Sven Reifenstein. Bei dem Stück haben Teile des Orchesters auch gesangliche Aufgaben, sie sorgen für einen sphärischen Klangteppich. Mit schönem Ton spielt die Solotrompete ein paar Takte Zitat aus der ersten Sinfonie von Johannes Brahms. Dort intonieren Horn und Flöte das Thema.

Holger Sondergeld dirigiert nicht nur, er tritt auch als Solist auf, beim „Camel Walk“; ein nettes Stück mit Tango- und Ragtime-Elementen, zu dem der Klang von Sondergelds Fagott blendend passt. „In ‘Peter und der Wolf’ spielt das Fagott das Motiv des Großvaters“, beschreibt Thilo Schäfer.

Offiziell als letztes Stück des Abends kündigt der Moderator die Musik aus dem Dschungelbuch von Walt Disney an, dem Zeichentrickfilm, der vor allem wegen der Lieder ganzen Generationen im Gedächtnis blieb. Einer der bekanntesten Melodien übernimmt die gedämpfte Trompete: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit.“ Balu der Bär singt Mogli seine Lebensweisheiten vor.

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