Hilfe zum Prinzip gemacht

+
Mit dem Mühlentaler der Stadt Mühlheim wurde Eleonore Blöcher für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Urkunde und Plakette überreichte Bürgermeister Daniel Tybussek (2. v. r.) zusammen mit Parlamentschef Harald Winter (li.).

Mühlheim - „Ich kann mir das Leben ohne die Vereine gar nicht mehr vorstellen“, lautete eine der ersten Reaktionen einer überglücklichen Eleonore Blöcher. Von Michael Prochnow

„Ich fühle mich sauwohl!“ Das Vorstandsmitglied der Bürger- und Seniorenhilfe Mühlheim (BSHM) war gerade mit dem Mühlentaler der Stadt überrascht worden und freute sich trotz Gluthitze wie ein Schneekönig.

„Sie alle gehören zu einem Verein, für den Miteinander und Füreinander nicht einfach nur Worte sind“, lobte Bürgermeister Daniel Tybussek die Gemeinschaft, die am Wochenende ihr Sommerfest feierte. Die Gruppe habe Hilfe zum Prinzip gemacht und leiste einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität der Stadt.

Eleonore Blöcher gehört seit 2001 als Beisitzerin dem Vorstand der BSHM an, organisiert zahlreiche Aktivitäten wie die Modenschau bei der Mühlheimer Kerb, den Bembel-Stammtisch, Ausflüge und Besichtigungen. Außerdem vermittle sie Hilfsangebote für Mitglieder des Vereins, zählte Tybussek auf.

Die Geehrte lebt im Stadtteil Markwald, wo sie seit mehr als zwei Jahrzehnten Straßenfeste auf die Beine stellt. Ebenfalls seit 20 Jahren gehört sie dem Vorstand des 1. Ski- und Freizeitvereins an, ist dort zuständig für Städte-reisen, Feiern und den Stand beim Altstadtfest. Auch an der Verschwisterung mit St. Priest habe sie mitgewirkt, betonte der Bürgermeister: „Sie unterstützt die Jumelage durch ihr unermüdliches Wirken im Freundeskreis seit 30 Jahren.“

Im Kreise der Engagement-Lotsen betreue sie seit sieben Jahren Projekte zur Ehrenamtsförderung. 2006 richtete sie einen Ehrentag für „stille Helfer“ aus, ein Jahr später den ersten Freiwilligentag. Ferner habe sie Paten für die Berufsbildung Jugendlicher gesucht und begleitet. Daneben war sie als Jugendschöffin tätig. „Sie hat sich stets mit Energie und Tatkraft für alle übernommenen Aufgaben eingesetzt und so maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung ihrer Heimatstadt“, fuhr der Rathauschef fort.

Eleonore Blöcher wurde in Breslau geboren. Nach dem Krieg zog es sie in die Schweiz, wo die gelernte Pädagogin eine Stelle in einem Kinderheim fand. Auf der Skipiste lernte sie ihren späteren Ehemann kennen und zog mit ihm nach Offenbach. Dort arbeitete sie in einer Kita, bis die Familie das eigene Haus in Markwald bezog. Bürgermeister Werner Grasmück erkannte das Talent der Neubürgerin und gewann die Erzieherin, die Kita in dem Viertel mit zu planen. Sie kümmerte sich auch um die Ausstattung der Einrichtung und bildete fortan das Personal aller städtischen Kindergärten mit aus.

Die 79-jährige schwang in der jüngsten Kampagne das Zepter als Ritterin der Sonnau, gehört obendrein dem Geschichtsverein an. Zu ihrer Familie zählen zwei Kinder und drei Enkel. „Es ist so einfach, sich einzubringen“, lächelte sie voll Freude über die Anerkennung. Sie bringe sich stets mit Leidenschaft und Überzeugung ein, verriet sie ihr Erfolgsrezept und empfahl, „nicht nur an sich selbst zu denken“. So bleibe auch „keine Zeit für Krankheiten“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare