Mit dem Tod versöhnen

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Die Begleitung Sterbender und Trauernder ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Und eine erfüllende. Für diesen wichtigen Dienst sucht die Mühlheimer Hospizgemeinschaft noch Mitstreiter.

Mühlheim (hov) - Sie lassen sich immer besser lindern, die körperlichen Schmerzen todkranker Menschen. Doch viel schwieriger ist es oft, die Seele eines Sterbenden mit dem Tod zu versöhnen.

Auch deshalb hat es sich die Hospizgemeinschaft Mühlheim zur Aufgabe gemacht, Sterbende „aus dem Leben“ zu begleiten. Und Hinterbliebenen „ins Leben rein“ eine psychosoziale Begleitung anzubieten.

„Das Thema ist mit vielen Ängsten besetzt“, weiß Gudrun Hain, die sich seit der Gründung vor 15 Jahren für die Gemeinschaft engagiert. Deren Ziel, erklärt sie, sei es, die Themen Tod und Sterben nicht zu verdrängen, sich damit auseinanderzusetzen und den Sterbenden und Trauernden beizustehen. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber auch eine, die das eigene Leben reicher mache. „Viele von uns sagen: Ich bekomme, wenn ich zu Sterbenden gehe, mehr zurück, als ich glaube, gegeben zu haben“, hat Hain erlebt.

Verein mit etwa 100 Mitgliedern

Die vielen Stunden an Krankenbetten, bei Fortbildungen oder im Vereinsbüro im Rathaus bewältigen die Vereinsmitglieder in rein ehrenamtlicher Arbeit. Die Hospizgemeinschaft finanziert sich durch Spenden, Fördergelder und Mitgliedsbeiträge. Derzeit hat der Verein knapp 100 Mitglieder. 14 davon sind als ausgebildete Sterbebegleiter tätig, zehn als Trauerbegleiter.

Stets hofft man auf weitere Mitstreiter. „Nicht nur im Bereich der Sterbe- oder Trauerbegleitung suchen wir Hilfe“, betont der Vorstand. Denn diese intensive und schwierige Aufgabe traue sich nun mal nicht jeder zu und sei auch längst nicht für jeden geeignet. Aber auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit oder für die Organisation von Veranstaltungen sei man für jede Unterstützung dankbar.

Denn die Gemeinschaft kooperiert nicht nur mit Angehörigen und Organisationen wie Schmerztherapeuten und Hospizen in der Region. Sondern organisiert auch regelmäßig öffentliche Veranstaltungen wie den Treff für Trauernde, Einzel- und Gruppengespräche, Kurse und Seminare durch ausgebildete Trauerbegleiter, denen Schulungen und Supervision angeboten werden. „Und auch wer Fragen zu Themen wie der Patientenverfügungen hat, kann sich an uns wenden“, wirbt Vorstandsmitglied Josef Hahn.

Die Hospizgemeinschaft um Hilfe bitten

Denn er hat beobachtet, dass sich Menschen in schwierigen Lebensphasen viel zu oft scheuen, die Hospizgemeinschaft um Hilfe zu bitten. „Wir leisten einen Dienst für die Gemeinschaft, und die Gemeinschaft darf diesen Dienst gerne noch häufiger in Anspruch nehmen“, sagt Hahn. Vor allem nach einer Trauerbegleitung für Kinder werde derzeit kaum noch gefragt - wohl auch, weil es dem Angebot an Bekanntheit fehle.

Auch deshalb hat sich das neu gewählte Vorstands-Team, dem neben den drei gleichberechtigten Vorsitzenden Gudrun Hain, Josef Hahn und Stilla Gathof auch Schatzmeisterin Patricia Blazevic und Schriftführerin Gertrud Zieringer angehören, dazu entschieden, das „eigentlich kleine Jubiläum des 15-jährigen Bestehens“ in diesem Jahr größer zu Begehen. Für den 16. Juni ist ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Empfang geplant; eine Aktionswoche Anfang November will die Arbeit des Vereins etwa mit Vorträgen, einer „Begegnung der Generationen“ und einem Rundgang „Kreislauf des Lebens“ durch die Mühlenstadt mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken. Bürgermeister Daniel Tybussek hat sich bereiterklärt, die Schirmherrschaft für dieses Jubiläum zu übernehmen.

Informationen über die Arbeit der Hospizgemeinschaft gibt es unter www.hospizgemeinschaft-muehlheim.de. Fragen beantwortet Heike Garay zu den Bürozeiten (dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie mittwochs, 11 bis 12 Uhr) unter Telefonnummer 06108/793846.

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