Signale der Unterstützung

Mühlheimer Schanz: Viele Veranstaltungen trotz Corona-Beschränkung geplant

Das Team des Kulturvereins „eigenArt“: Gemeinsam wollen sie das Schanz weiter durch die schwere Zeit bringen.
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Das Team des Kulturvereins „eigenArt“: Gemeinsam wollen sie das Schanz weiter durch die schwere Zeit bringen.

Kultur in Corona-Zeiten ist ein hartes Brot geworden. Das spüren auch die Verantwortlichen des Kulturvereins „eigenArt“ in der Kulturhalle Schanz Tag für Tag.

Mühlheim – Bands sagen ab, weil ihnen die Corona-Bestimmungen nicht passen oder sich die aufgrund niedrigerer Zuschauerzahlen angepassten Gagen nicht mehr lohnen. Dazu kommen deutlich erhöhte und stets der Aktualität anzupassende Hygienemaßnahmen. Ein finanzieller und organisatorischer Mehraufwand, der für die zum großen Teil ehrenamtlich werkelnden Kulturschaffenden eine enorme Herausforderung darstellt. Auch die Gastronomie des Schanz, die zur Main-Schwein GmbH gehört, spürt die Folgen der Pandemie.

Doch all das stecken die Mühlheimer Kulturtreibenden, die vor zwei Jahren einen Verjüngungsprozess im Team eingeleitet haben, noch immer achselzuckend und hochmotiviert weg. „Unser Ziel ist es, durch diese Corona-Zeit zu kommen“, sagt Michael Bill. Der 61-Jährige, Diplom-Ingenieur und im IT-Vertrieb arbeitend, wurde jüngst zum neuen Vorsitzenden des Kulturvereins gewählt. Er tritt die Nachfolge seines Sohnes Yannic an, der dem Verein zwei Jahre vorstand und nun das Amt des Kassierers von Barbara Knies übernommen hat. Michael Bill treibt vor allem die Motivation an, „gerade in diesen schweren Zeiten zu helfen, das Schanz, eine so wertvolle Institution“, am Leben zu erhalten. Seit einigen Jahren schon packt er gemeinsam mit seiner Frau Marion überall mit an. Er organisiert Veranstaltungen und moderierte in diesem Jahr unter anderem den Neujahrsempfang. Künftig will Michael Bill versuchen, seinen Herzenswunsch öfter in der Kulturhalle zu etablieren: „Ich würde mich freuen, wenn wir auch mehr Klassik im Schanz zu hören bekommen.“

Aufgeben also, wie an einigen anderen Kulturstandorten bereits geschehen, kommt für das Schanz-Team nicht in Frage, auch wenn das Winterhalbjahr coronabedingt schwierig zu planen sei und die Besucherzahlen in der Halle auf maximal 60 Gäste gedeckelt sind.

Doch es sind eben vor allem die deutlichen Signale der Unterstützung, für die sich all die Mühen lohnen, heißt es vom Team. Viele Zeichen des Zuspruchs erhalten die Kulturschaffenden, eine nicht zu unterschätzende Motivationsspritze. Sei es die enorme Unterstützung von Schanz-Eigentümer Hans-Günter Zach, seit Jahren ein unermüdlicher Förderer der Kulturtreibenden. Sei es die überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien. Aber auch die Spendenbereitschaft der Gäste, die in einer Crowdfunding-Aktion viele Erwartungen übertroffen hatten. Weil auch die Fördermittel aus städtischen und aus Kulturtöpfen des Landes Hessen gesichert sind, denken die Mitglieder des Kulturvereins weiter positiv.

Sichtbar wird das an der wieder gestiegenen Zahl an an Veranstaltungen. Im Oktober sind es alleine 15, von Konzerten über Pubquiz bis hin zu Comedy. Eine Zahl, die zwar nicht an Herbst- und Wintermonate vor Corona heranreicht. Doch das Zeichen zu setzen, überhaupt weiter Kultur anbieten zu wollen, treibt die Mitglieder des Kulturvereins „eigenArt“ an, dem weiterhin Andreas Jung und Thorsten Bauch (beide stellvertretender Vorstand), Jonas Winnige (Schriftführer), Jörg Moll (Pressesprecher) sowie die Beisitzer Tobias Schmitt, Jan Siebert und Michael Hamrodi angehören. (ron)

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