Irmgard Sondergeld gestorben

Eine große Dame ist gegangen

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Irmgard Sondergeld

Mühlheim - Sie war die große alte Dame der Mühlheimer Kommunalpolitik - und eigentlich ganz Mühlheims: Die Ehrenbürgerin Irmgard Sondergeld ist in den frühen Morgenstunden im Alter von 88 Jahren in einer Reha-Klinik in Seligenstadt gestorben, nachdem ihre Kräfte in den vergangenen Monaten geschwunden waren.

Die Betroffenheit in der Stadt ist groß, in der CDU, der Irmgard Sondergeld angehörte, über alle Parteigrenzen hinweg, an der Rathausspitze, bei Weggefährten und Vereinen.

Die am 6. Februar 1925 im Kreis Hersfeld geborene Hessin brachte Familie und unermüdliches öffentliches Engagement auf bewundernswerte Weise unter einen Hut. Sie wurde Mutter von sechs Kindern, war von 1956 bis 2006 Stadtverordnete in Mühlheim und in dieser Funktion unter anderem Vorsitzende der CDU-Fraktion, ab 1989 stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin sowie von 2001 bis 2006 als Stadtverordnetenvorsteherin Erste Bürgerin der Stadt. Irmgard Sondergeld übte darüber hinaus auch im CDU-Parteivorstand die verschiedensten Ämter aus, unter anderem als langjährige Vorsitzende der Frauen-Union.

Engagement blieb nicht ohne Anerkennung

Ihr Engagement blieb nicht ohne Anerkennung. Sie ist Trägerin des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und wurde mit der seltenen hessischen Auszeichnung der Freiherr-vom-Stein-Plakette für Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet. 2001 erhielt sie den Hessischen Verdienstorden. 2006 wurde sie zur Ehrenbürgerin Mühlheims.

Vor allem aber brachten ihr die Menschen, denen sie begegnete, große persönliche Wertschätzung entgegen. Ihren Abschied aus dem aktiven politischen Geschäft empfanden viele Wegbegleiter als ganz persönlichen Verlust, weil Irmgard Sondergeld stets die Fassung bewahrte und auch in aufgeheizten Debatten niemals Grenzen überschritt, die heute wanken.

Ehrenvorsitzende von Partei und Fraktion

„Bis zuletzt nahm sie nicht nur als Gast regelmäßig an den Stadtverordnetenversammlungen teil, sondern brachte auch ihren Rat als Ehrenvorsitzende von Partei und Fraktion in die Gremien ein“, sagte CDU-Parteivorsitzender Dr. Christoph Bausewein. „Ihr Verlust schmerzt uns sehr und wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

Das werden zweifellos sehr viele Mühlheimer tun. Die Beisetzung ist am Dienstag, 9. April, um 13.30 Uhr auf dem Mühlheimer Friedhof an der Bieberer Straße. Pfarrer Schmidt-Helfferich wird die passenden Worte finden. In der Trauerhalle wird es Gelegenheit für letzte Grüße geben.

mcr

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