Zeigen, wie vielschichtig Vorsorge sein kann

25 Jahre Präventionsrat: Zuvorkommend im Wortsinn

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Zum Glück nur Süßkram – und trotzdem nicht in jedem Maß harmlos. Das zeigte die „Drogen“-Aktion im Bauchladen.

Mühlheim - Vorbeugen wird in der Mühlenstadt ganz groß geschrieben – und mit vielen Farben. Das bewiesen die Protagonisten in zahlreichen Gruppen schon beim akademischen Abend zum 25. Geburtstag des Mühlheimer Präventionsrats.

Nun ist auch eine Ausstellung über die vielschichtigen Aktivitäten im Rathaus-Foyer zu bewundern, mit Leben gefüllt an einem eigenen Präventionstag.
Andreas Suchy vom Friedrich-Ebert-Gymnasium steht beim Präventionstag mit einem Bauchladen am Treppenaufgang im Rathaus-Foyer. Er bietet allerlei „Drogen“ feil. Die Tütchen sind Portionen mit „echtem Stoff“ zum Verwechseln ähnlich. Drin sind zum Glück nur Kaubonbons, Gummibärchen, Lakritz und andere Leckereien. Aber wer sagt eigentlich, dass Zucker nicht auch abhängig machen und verheerende Folgen haben kann. Suchys Vorführung regt zum Nachdenken an. Etwas weiter können Neugierige mit einer speziellen Brille ausprobieren, wie standfest sie unter Drogeneinfluss noch sind und wie zielsicher sie einen eigentlich simplen Parcours absolvieren können.

In der Goetheschule wiederum haben sie einen „Goethe-Rat“ einberufen. Eine Art Schüler-Parlament, das seine Basis in den Klassenräten hat. Da werden basisdemokratisch Probleme, Wünsche, Lösungen besprochen – von schmutzigen Toiletten bis zur Schulhofgestaltung.

Auch tanzen kann präventiv wirken, wie die Kinder der Dietesheimer Geschwister-Scholl-Schule beim allumfassenden Präventionstag im Rathaus zeigten.

Der Arbeitskreis Sicherheit im Mühlheimer Präventionsrat setzt regelmäßig den „Linienbus als Klassenzimmer“ in Bewegung, um Viertklässler aufs Fahrschüler-Dasein vorzubereiten. Und ganz nebenbei lernen sie noch die Feuerwehr kennen und wie man einen Feuerlöscher einsetzt. Auch der Sicherheitsberater für Senioren hat eine Stellwand mit Tipps gefüllt, die er älteren Mühlheimern mit auf den Weg gibt.

Außerdem beschäftigen sich in mehreren Kitas Erzieherinnen und Kinder gemeinsam mit dem Schutz der Mädchen und Jungen, konkret auch mit Kinderrechten.

Regelmäßig laufen auch andere Aktionen. „Jugend stärken in Schule und Beruf“ etwa. Das Beratungszentrum Mitte gibt Hilfestellung bei der Erziehung, der Polizeiladen Offenbach informiert über Sicherheit an Fenstern und Türen, Ausländerbeirat und Flüchtlingshilfe verwirklichen mit vielen Ehrenamtlichen vertrauensbildende Maßnahmen. Die Schau erinnert auch an die Präventionsarbeit im Naherholungsgebiet und die Hilfe-Inseln in der ganzen Stadt. Das sind Geschäfte und andere Einrichtungen, an die sich Kinder bei Problemen oder Ängsten wenden können.

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Zu den Ausstellern zählt der Buchladen, der mit passender Literatur die Aktiven unterstützt. Und das Zugpferd: Der Verein leistet mit Streetworx „aufsuchende Sozialarbeit“ in einem eigens mit Jugendlichen gestalteten alten Bauwagen. Der hat zur Eröffnung im Rathaus-Innenhof zum Besuch eingeladen. Prävention ist aber auch Bewegung, wie Gruppen der Tanz-AG an der Dietesheimer Geschwister-Scholl-Schule demonstrieren. Leiterin Gabriele Schmitt erläutert dieses Angebot.

„Etwas zuvorkommen, fördern, geben und nehmen“, das ist Prävention in den Augen von Professor Michael Gutmann, dem Sprecher des Arbeitskreises Konfliktmanagement bei Kindern und Jugendlichen. Wie Vorbeugen sonst noch praktiziert wird, darüber geben die Stellwände im Rathaus vielfältig Auskunft. (m)

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