Jetzt ist er weg und bleibt doch

+
Vom Dietesheimer Pfarrer und künftigen Dekan Willi Gerd Kost (links) und Udo Parakenings vom PGR erhielt Pfarrer Hans Rumpeltes ein Glas mit gefalteten Euro-Scheinen.

Mühlheim - Der Pfarrer geht, doch der Name bleibt. Zu seiner Abschiedsfeier hatten sich so viele Menschen wie selten zuvor an der Gustav-Adolf-Kirche in der Untergasse eingefunden.

Redner im Kirchhof verbanden Hans Rumpeltes immer wieder mit den viel gelobten Einrichtungen wie Lebensladen, Arche Noah, Engagement-Lotsen, „Rast für Leib und Seele“. Nach 34 Jahren Seelsorge in der Friedensgmeinde verlässt die Familie Rumpeltes nun bald die Mühlenstadt.

In einem festlichen Gottesdienst entband Pröbstin Gabriele Scherle den Pfarrer von seinen Pflichten und segnete ihn. Auf einer Bühne im Garten erinnerte Gemeindemitglied Karl-Christian Schelzke an die „Manager-Qualitäten“ des Theologen. So habe er DIKE installiert. Dank des „Digitalen Informations- und Kommunkationssystems der evangelischen Kirche Hessen-Nassau“ war Mühlheim als eine der ersten Kommunen im Internet vertreten.

„Dietesheim ohne sie ist wie der Main ohne Wasser“, wusste Dekan Carsten Tag. „Das Gesicht der evangelischen Kirche hat das soziale Leben in Mühlheim mitgestaltet.“ Tag attestierte, Rumpeltes habe einen starken Willen, Ideen umgesetzt und angepackt. Auch Ökumene, das „geschwisterliche Miteinander“, und die Integration von Menschen mit Behinderungen wie in der Kita an der Friedenskirche seien ihm Herzensanliegen.

Ralf und Martina Grombacher wirken bereits seit 19 Jahren in der Friedensgemeinde und haben sich als einzige auf die frei gewordene Stelle in Dietesheim beworben. „Gönnen sie sich den wohlverdienten Ruhestand und nutzen sie die Chance, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen“, riet der Kollege. In der „Vernunft-Ehe“ haben die Seelsorger Krisen und Konflikte mit Kompromissen und „versöhnter Verschiedenheit“ gemeistert, sagte Grombacher. „Gott schenkt Möglichkeiten zu einem Neuanfang“.

Auch Kirchenvorstandsvorsitzender Joachim Kanthak lobte den „energischen Organisator, geschickten Kaufmann, humorvollen Entertainer, couragierten Streiter und Glücksfall“. Rumpeltes habe die „offene Kanzel“ begründet, „Musique et lumiere“, Projekte für Kinder, Jugendliche, Senioren und Männer. Die stellvertretende Parlamentschefin Ingrid Adam-Höhn und Bürgermeister Daniel Tybussek lobten den tatkräftigen Mann mit dem „offenen Ohr“, der „mehr als ein Pfarrer“ sei.

Der „Kulturstifter“ hinterlasse „sichtbare Spuren in Köpfen und Herzen“. Es verabschiedeten sich der baldige neue katholische Dekan, Dietesheims Pfarrer Willi Gerd Kost. Udo Parakenings vom PGR-Vorstand nutzte die „Rumpeltes-Methode: Ich hatte die Idee, aber keine Zeit, sie umzusetzen!“ Er überreichte Euro-Fische für ein Projekt des Scheidenden. Michael Stumpf von den Mühlheimer Katholiken trug ein eigenes Gedicht vor, Männer, Kinder, Konfirmandengruppe und der Females-Chor hatten Lieder, Angelspiel und Videos vorbereitet. Das Finale gestaltete Harald Blöchers Tailgate Jazzband.

(M.)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare