Jetzt eine Hauptrolle ohne Uniform

Mühlheim - Franz-Joachim Schubert: Ein Abschied vom Polizeidienst, aber keiner von vielen Aktivitäten. Von Michael Prochnow

Borneo, Sumatra, Sulawesi und Irian Jaya - diese indonesischen Reiseziele werden in Zukunft öfter im Terminkalender des Franz-Joachim Schubert auftauchen.

Mit einer Feierstunde in seiner Dienststelle verabschiedete sich der Polizei-Oberkommissar gestern von seinen Kollegen. Michael Köllisch, stellvertretender Stationsleiter, überreichte die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand, den Schubert am 1. Februar antritt.

Der Scheidende ist vielen Mühlheimern auch als Musiker, Sportler und Laien-Schauspieler bekannt. 1979 startete er die ersten Versuche mit Surfbrettern auf dem Schultheißweiher im Offenbacher Mainbogen. Er bestand eine Ausbildung zum Windsurf-Lehrer, gründete und führte einen Verein, der sich dieser Disziplin widmete. Als Schlagzeuger der „Dirty Nurse“ spielte er neben Matthias Döpfner, damals Bassist, nun Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG in Berlin.

Jochen Schubert, wie er von Freunden und Kameraden gerufen wird, wurde in Würzburg geboren, fuhr mit fünf Mitschülern in den 60er Jahren öfters in die angesagten Musikclubs nach Frankfurt wie das K51 und lernte dabei auch die Arbeit der Polizei kennen. Das ganze Quintett entschied sich für eine Ausbildung in Hessen bei der Bereitschaftspolizei in der Mühlenstadt. Ab 1972 schob Schubert Dienst im 2. und im 3. Revier in Offenbach, kam 1997 zurück nach Mühlheim.

Nach wie vor schwärmt er vom Schichtdienst, den er 37 Jahre lang ausübte, vom „direkten Kontakt zu den Bürgern“. Ob Unfallaufnahme, Fahndung oder Präventionsarbeit, Familientragödien, die viel Einfühlungsvermögen verlangen oder internationale Kontakte: Der 60-Jährige wirbt aus tiefer Überzeugung für den Polizeiberuf ob seiner Vielfältigkeit. Es gab lediglich drei Einsätze, bei denen er handgreiflich werden musste, signalisiert der 1,95-Meter-Hüne seine Überlegenheit.

Den Ruhestand will der Ehemann mit Reisen gestalten. Die brodelnden Vulkane und das einfache Leben Indonesiens haben es ihm angetan. Ski und Snowboard wird er in Zukunft häufiger anschnallen. Zu seinen Rollen im Markwald-Theater möchte er eine in der Jugendarbeit übernehmen, bei der Stadt hat er bereits angeklopft. „Als kleiner Indianer kann man neben dem Dienst viele Sachen machen“, erklärt der aktive Tausendsassa den Verzicht auf höhere Weihen.

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